von am 11. April 2014

wochenschau_15-14
Immer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Themen der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlung fürs Wochenende.

Tempelhofer Feld. Das Lokalblatt Kiez und Kneipe bat Susanna Kahlefeld (MdA, Grüne), Lucia Schnell (Die Linke Neukölln) und Fritz Felgentreu (MdB, Spd) um eine Stellungnahme zum Volksbegehren um das Tempelhofer Feld. Schnell sagt “Ja zum Tempelhofer Feld für alle. Nein zur Privatisierung” und Kahlefeld unterstützt das Begehren “gegen die Arroganz des Senats”.

Felgentreu argumentiert gegen die Initiative:

„Wer auch in Zukunft in Nord-Neukölln bezahlbaren Wohnraum finden will, darf diesen Wohnungsbau nicht verhindern. Die viel beschworenen Alternativen (Dachgeschoss-Ausbau, Nutzung anderer Freiflächen) reichen bei weitem nicht aus. Außerdem dürfen wir uns nichts vormachen: Wenn das Nimby-Prinzip (»Nicht vor meiner Haustür!«) sich auf dem Tempelhofer Feld durchsetzt, wird es auch andernorts siegen. Wohnungsbau ist eine gesamtgesellschaftliche Notwendigkeit, die nicht am Egoismus der Kieze scheitern darf.“ Parteien positionieren sich zum Tempelhofer. (Kiez und Kneipe, 02.04)

P.S. Liebe Initiative 100% Tempelhofer Feldmanchmal fallt ihr durch zweifelhafte Kommunikation auf. Am Donnerstag war es mal wieder soweit.

Ein Meme, das durch die digitale Decke geht für Eigenpromo nutzen – kann man machen. Aber angesichts des Kontexts: billig und ähnlich verhöhnend gegenüber den Flüchtlingen wie das Original.

Hintergrund: Schniecke Jungs von der Jungen Union Berlin wollten ihrem Parteichef Henkel “Danke sagen” für seinen unermüdlichen Einsatz, das Flüchtlingscamp in Kreuzberg zu räumen- und taten das mit einem Plakat. Das Ding verbreitete sich, und auf die Empörung folgte die Reaktion: http://juschilds.tumblr.com/http://fakkjuberlin.tumblr.com/.

Fundstück I. Neukölln protestiert.

Nachfolge. Wenn es nach der B.Z. geht, steht die Nachfolgerin von Fritz Felgentreu an der Spitze der Neuköllner SPD bereits fest: Franziska Giffey, „Jung, blond, Frau.“  Giffey will SPD-Chefin in Neukölln werden (B.Z., 09.04.; von gestern, einfältig, blöd).

Fundstück II.

Pfusch am Bau. Der U-Bahnhof Hermannstraße ist keine 20 Jahre alt und muss schon saniert werden. Beim Bau (1996) wurde anscheinend öfter mal ein Auge zugedrückt, beim Material gespart. Macht: 1,5 Millionen Euro Sanierungskosten. Ab September soll die U8 dann wieder bis zur Endstation Hermannstraße fahren können. U-Bahnhof Hermannstraße muss saniert werden (Tagesspiegel, 04.04) 

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Raus. Dompteur Mooner war mal Teil des Elektro-Projekts Zombie Nations. Als DJ ist er bekannt für seine verrückten Space-Disco-Sets. Im Sameheads feiert er den neuen Release seines Labels. Ab 22:45 Uhr.

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4 Kommentare:

  • Felix Herzog sagt:

    Liebe neukoellner.net,

    vielen Dank für die Verlinkung auf meinen Facebook-Post mit einem modifizierten JU-Berlin-Plakat („Danke Frank“ – siehe http://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/kreuzberg-blog/nach-dem-oranienplatz-danke-frank-endet-vor-henkels-villa/9747842.html).

    Das war keine „Kommunikation“ von 100% Tempelhofer Feld sondern von mir. Da ich bei THF100 nicht mehr in Verantwortung stehe (kein Posten und kein Mandat wie z.B. Pressesprecher) und mich „nur“ als aktiver Sympathisant sehe, nehme ich mir – für manche bestimmt zweifelhafte Aktionen – gerne heraus. Wenn es die THF100-SocialMedia-Verantwortlichen für gut befinden und es teilen, liegt es in deren Verantwortung.

    Viele Grüße
    Euer Felix

  • Jochen sagt:

    Ist Herr Felgentreu dann denn auch für die Bebauung der Tiergartens? Des Grunwalds? Und hat er eine Zeichnung, wie es auf dem Feld zu bezahlbarem Wohnraum kommen soll? Der Senat jedenfalls hat dafür kein Geld eingeplant.

  • Nein, das bin ich nicht. In meinem Text in Kiez und Kneipe argumentiere ich, dass Berlin Wohnungsbau in innerstädtischer Lage dringend braucht. Das Tempelhofer Feld ist groß genug, um am Rand eine behutsame Stadtentwicklung zu ermöglichen. Zum bezahlbaren Wohnraum: Stadtentwicklungssenator Michael Müller hat mit den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften und Baugenossenschaften vereinbart, dass mindestens 50% der Wohnungen zu Mieten von 6 bis 8 Euro pro Quadratmeter entstehen. Damit diese Preise angeboten werden können, muss der andere Teil der Wohnungen zu höheren Preisen um die 10 Euro vermietet werden. So entsteht ein sozial durchmischter, urbaner Kiez. Es bleibt dabei: Wer bezahlbaren Wohnraum will, darf Wohnungsbau nicht blockieren.

  • gert sagt:

    Sehr geehrter Herr Felgentreu,

    bei der in letzter Zeit so gerne zitierten Aussage „Wer bezahlbaren Wohnraum will, darf Wohnungsbau nicht blockieren“ muss ich immer schmunzeln.

    Wenn ich mir so anschaue, was der Berliner Senat in den letzten 13 Jahren unter Klaus Wowereit an bezahlbaren Wohnraum geschaffen hat, dann sehe ich im Umkehrschluss, das bezahlbarer Wohnraum gar nicht in seinem Interesse war und ist.
    Stattdessen soll nun eine historisch und weltweit einmalige innerstädtische Fläche zerstört werden mit populistischen, ich bitte um Verzeihung, Stammtischparolen.
    Auf dem Tempelhofer Feld sollen doch Fakten geschaffen werden, deren Hintergründe ganz andere sind als die Schaffung bezahlbaren Wohnraums, diese sind doch nur Mittel zum Zweck.

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