von am 3. April 2015

wochenschau_14-15
Immer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Themen der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlung fürs Wochenende.

Schwabing vs. Neukölln. Der Filmemacher Wolfgang Ettlich ist in Neukölln aufgewachsen, 1968 aber nach München-Schwabing gezogen. Jetzt hat er seinen Kiez erneut besucht, alte und neue Neuköllner getroffen und sie über das Leben im Bezirk befragt. Herausgekommen ist ein gelungenes Porträt, das viele Facetten zeigt. Es wird viel über die hohen Mieten geschimpft, Rassismus ist Ettlich allerdings nicht begegnet. Der ganze Film ist noch bis 8.4. in der ARD-Mediathek zu sehen.

Ich hoffe, dass alle Bevölkerungsgruppen erkennen, was sie da gemeinsam für eine Chance haben: die Türken und Araber, die alteingesessenen Berliner, die Durchläufer und Studenten, die Party machen wollen, und auch die jungen Familien, die jetzt nach Neukölln kommen. Ich hoffe, dass sich vieles automatisch reguliert: Dass nicht aus jedem Frisörladen eine Bar wird und aus jedem Zeitungsladen eine Galerie. Es gibt die Chance, einen Multikulti-Bezirk zu gestalten, der auch Akzeptanz und Grenzen aufzeigt.

– Wolfgang Ettlich im Interview mit dem RBB

Erinnern. Der Mord an Burak B. ist auch nach drei Jahren immer noch nicht aufgeklärt. Vermutet wird ein rassistischer Hintergrund, vielleicht sogar eine Nachahmung der NSU-Morde. Am 5. April, dem Jahrestag seines Todes, wird um 14 Uhr mit einer Kundgebung an der Todesstelle an die schreckliche Tat gedacht (Rudower Str. 51, gegenüber dem Krankenhaus Neukölln).

Alternative Religion.

Diskriminierung. Das Bezirksamt gab eine Studie zur Diskriminierung im Bezirk in Auftrag. Falko Liecke, Stadtrat für Jugend und Gesundheit, fasst zusammen: „Die Befragung zeigt deutlich, dass die Menschen zufrieden mit dem Leben im Bezirk sind. 80% bejaen, dass sie gerne hier leben. Es werden aber auch die großen sozialen Problemlagen benannt. Diskriminierung ist keine mehrheitlich geteilte Erfahrung (72%), aber auch keine Randerscheinung (28%).“

Kopftuchverbot. Der Ex-Bürgermeister sagte im Interview mit dem Deutschlandfunk zum Kopftuch-Urteil, es sei die völlig falsche Botschaft. Dadurch erhöhe sich der Druck auf liberale Muslimas, ein Kopftuch tragen zu müssen. Ähnliches schreibt auch die Sozialwissenschaftlerin und Frauenrechtlerin Necla Kelek in einem Gastkommentar bei der FAZ. Sie engagiert sich ehrenamtlich in sozialen Projekten in Neukölln und beobachtet: „Der Druck auf die jungen Frauen durch ihre Familien und die muslimische Community, sich entsprechend den islamischen Sitten zu verhalten und zu kleiden, hat stark zugenommen.“

Oster-Fundstück.

#Berlin #Neukölln #Home #Kedim #Piskopat #Geisel

Ein von DamLa GüL (@d.a.m.l.a24) gepostetes Foto am

 

Schienenersatz-Terror. Die Ringbahn macht über Ostern blau. Die Strecke der S-Bahn-Linien 45, 46 und 47 sowie die Fernbahnstrecke zwischen S-Neukölln und S-Baumschulenweg werden vom 2. bis 9. April in beide Richtungen gesperrt. Zur Anbindung des Bahnhofs Köllnische Heide wurde ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Grund ist ein Brückenbau für die A100 im Bereich Grenzallee. Es wird empfohlen, die gesperrte Strecke mit der S-Bahn über Treptower Park zu umfahren, was allerdings mit Umstieg und Bahnsteigwechsel verbunden ist. Eine Reisezeitverlängerung von mindestens 10 bis 20 Minuten ist einzuplanen.

Raus I.  Wir glauben an Vinyl, an ewiges Leben, und an die Auferstehung in Eurem Plattenschrank. Die analogen Extremisten empfehlen sich mit ihrer Plattenzwangsversteigerung „Save the Vinyl – smash or trash“ für Freitag abend, 22.30 Uhr im Valentinstüberl. Kommt, höret, rettet!

Raus II. Das SchwuZ erklärt den April zum Tuntenmonat und lädt heute zum großen Tuntenball. Frivoles Tanzvergnügen für Kings, Queens und Inbetweens. Ab 22 Uhr darf man sich vor Ort schick machen, ab 23 Uhr wird gefeiert. Mit Schlager-Floor! Unter anderem an den Turntables: Jurassica Parker, die in diesem Video einen Einblick in ihre Schmink-Tricks gibt. Und wir dachten immer, Haarspray soll auf die Haare…

 

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