von am 4. März 2016

Immer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Themen der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlungen fürs Wochenende.

Von Regina Lechner & Sabrina Markutzyk

Mimimi. Angeblich ist schon Wahlkampf und einer will sich dabei besonders hervortun. Falko Liecke, Stadtrat für Jugend und Gesundheit und Spitzenkandidat der CDU Neukölln. Seine Wahlkampfstrategie: Presse, Presse, Presse baby – und sich so präsentieren, wie es viele andere Möchtegern-Amtsträger vor ihm getan haben: Als der Mann, der er eigentlich erst noch werden will. Und so gönnte sich die CDU ein Wahlkampfauto mit der Aufschrift „Ihr Bezirksbürgermeister 2016“

Und die Gazetten empören sich. Skandal! Ist er doch gar nicht! Und sogar die amtierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) lässt sich zu einem Statement hinreißen: „Es gibt zurzeit Unklarheiten im Bezug auf die rechtliche Lage, deswegen habe ich bei der Senatskanzlei um Beurteilung gebeten“. Der Möchtegern-Nachfolger hat indes reagiert: „Ich habe keine Lust auf eine Auseinandersetzung auf dieser Ebene“, sagte Liecke der Berliner Zeitung. Auf der Website ist man schon mit Paint rangegangen.

Screenshot: http://www.falkoliecke.de/

Inhalte, stupid! Dabei könnte man ja auch Inhalte behandeln. Der Sozialbericht des Landes attestiert Neukölln berlinweit das größte Armutsrisiko. Paradox: Das ändert sich seit Jahren nicht, die Gentrifizierung hat dem Bezirk bisher kein Stück Nutzen eingebracht, im Gegenteil: Bildungsferne und soziale Probleme einerseits, steigende Mieten andererseits, haben das Problem verschärft.

Auf die Frage, was der Bezirk dagegen unternehme, antwortet die Bürgermeisterin dem Tagesspiegel: „Wir können die Zuwanderung nicht steuern, wir können nur darauf reagieren.“ Das ist dünn (auch in voller Länge). Die Armut ist nicht erst mit der Zuwanderung über Neukölln hereingebrochen, und das Problem darauf zu verkürzen, erinnert an Argumentationsmuster á la AfD. Vielleicht könnten sich Giffey und ihr Stadtrat einfach mal zusammensetzen und überlegen, wie der Wandel im Bezirk denen nutzt, die hier leben.

Hart, härter, Zitty. Wilde Chemsexparties in Neukölln! Der letzten Zitty-Ausgabe wurde mit Volker Beck ungewollt Relevanz verschafft.

Zwei, die sich im Rausch gefunden haben, kriegen die anderen kaum auseinander. Sie versuchen, mit ihren Händen dazwischen zu gehen und einen der beiden schlanken Männer für sich zu ergattern. Einem Typ um die 40, mit vielen Falten in den Händen, geht es augenscheinlich darum, möglichst viele Schwänze hintereinander in den Mund zu bekommen. Die zwei Jungs vom Schachbrett machen inzwischen beim Sex hektische, abgehackte Bewegungen, ihre Augen zucken und flackern.

Sie wirkt arg hingestylt die Reportage, alles ein wenig zu perfekt inszeniert. Ein bisschen weniger Boulevard hätte ihr gutgetan, lesenswert ist das Stück trotzdem: „Chemsexparties in Berlin

rbb UM4 Der RBB hat eine Sendung am Maybachufer gedreht. Regina war für uns als Neukölln-Expertin zu Gast.

AroundTheBlock: Schon mal dick und fett in den Kalender schreiben: Am 17.3. feiern wir den elektronischen Donnerstag im SchwuZ mit Zola, Kai von Glasow und Deepneue.

Durchhalten. Das Wochenende ist schon in Sicht.

Danke Berlin, gleichfalls! #gutentag #neukölln

Ein von Bea Sieli (@bea_wanderlust) gepostetes Foto am

Raus I. Der Klunkerkranich ist zurück aus dem Winterschlaf. Abends Party und Konzerte, und am Samstag startet der höchste Flohmarkt der Stadt. Geöffnet jeweils ab 16 Uhr.

Raus II. Die Band Group A steht für experimentelle Klänge, die sie mit Geige, Synthesizern und Kassettenspielern erzeugen. Bei ihrem DJ-Gig im Herz darf man japanische Underground-Musik aller Facetten erwarten. Freitag ab 22 Uhr.

Raus III. Die Partyreihe Vulkandance wird 6 Jahre alt und lässt die Hütte brennen. DJ Nomad, der Initiator des Ganzen, hat sich musikalische Verstärkung geholt von Tropical Treats aus Schweden sowie Isa GT aus Kolumbien. MC Santana führt durch den Abend. Freitag ab 22 Uhr.

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