von am 27. Februar 2015

wochenschau_9-15Immer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Themen der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlung fürs Wochenende.

Gefangen. Ende Januar wird eine junge Schwangere in einem Wald brutal ermordet und lebendig verbrannt. Die ZEIT macht sich auf die Suche nach dem Milieu, in dem Probleme so brutal gelöst werden. Und findet zumindest Teile davon in einem Altbau in der Nähe des U-Bahnhofs Karl-Marx-Straße. Eine religiös-konservative Gesellschaft, deren Werte im Widerspruch zum Leben der meisten Menschen in Deutschland steht. Sie spricht mit Bekannten und Verwandten der Familie des Täters und mit Gilles Duhem vom Verein Morus 14. (Die ZEIT, 25.02.)

„Man muss diese Familien als Clans begreifen. Jeder beobachtet jeden, die soziale Kontrolle ist stark. Wie früher im Dorf. Die Familie ist alles, und die Außenwelt zählt sehr wenig. Wer die Familie verliert, ist ohne Halt, er ist isoliert. Sich zu emanzipieren geht praktisch nur durch einen totalen Bruch mit der Familie.“

Gilles Duhem, Die Zeit, 25.02.

Bald weg? Die Al-Nur-Moschee soll verboten werden (Wir berichteten). Das will mittlerweile eine große Mehrheit der BVV (Berliner Morgenpost, 25.02.). Die Opposition äußert Bedenken. Das könnte allerdings unter dem Verweis auf Religionsfreiheit schwierig werden. Dem Trägerverein müsste nachgewiesen werden, gegen Strafgesetze verstoßen oder zu Straftaten aufgerufen zu haben, sagte der Staats- und Verwaltungsrechtler Ulrich Battis von der Humboldt-Universität der Berliner Zeitung. „Auch Predigten, die uns merkwürdig vorkommen, können in einem anderen Kontext etwas völlig anderes bedeuten.“ (Berliner Zeitung, 25.02.)

Wieder da. Die Polizei hat das Telefon vom ehemaligen Stasi-Chef Erich Mielke in einem Keller in der Weisestraße wiedergefunden. Dieses und andere Gegenstände waren bei zwei Einbrüchen 2007 und 2008 aus der „Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße“ in Lichtenberg gestohlen worden. (rbb, 24.02.)

Sicher ist sicher. Die Helene-Nathan-Bibliothek hat den Ruf als gefährlichste Bibliothek der Stadt. Der Blogger Mohamed Amjahid hat einen Aspekt gefunden, den er doch als recht vorbildlich bewertet. (Mamjahid Miniblog, 23.02.)

Kippatest. Ein Mann läuft mit Kippa durch Berlin und wird dabei gefilmt. Dabei kommt er auch in Neukölln vorbei. Ob diese Art von Experiment irgendeine Aussagekraft hat, sei mal dahingestellt. Das Ergebnis, im Gegensatz zum Pendant in Paris, erfreut. Es passiert exakt: Nichts.

Dazu: Der Zentralrat der Juden rät davon ab, in so genannten Problemvierteln eine Kippa zu tragen. (Spiegel Online, 26.02.)

Ausverkauf.

TV-Tipp. Am Samstag wird das Wort zum Sonntag erstmals von Lissy Eichert gesprochen. Die 49-jährige wirkt seit vielen Jahren in der Seelsorge der Pfarrei St. Christophorus in der Nansenstraße. (daserste.de)

Raus I. Heute Abend eröffnet das Kulturhaus der Şehitlik-Moschee. Zum Einstand gibt es die Ausstellung „Türcken, Mohren und Tartaren – Muslime in Brandenburg-Preußen (und Berlin)“. Hier wird die lange Geschichte aufgezeigt, die der Islam in der Region hat. Los geht es um 16 Uhr am Columbiadamm 128. (Şehitlik-Moschee)

Raus II. Der Klunkerkranich macht wieder auf. Zur Eröffnung am Sonntag gibt es ab 12 Uhr einen Frühlingsmarkt, eine Feuershow von Entourage Berlin, eine Liveshow von Claudio Montuori aka. The Birdman und den DJ-Acts Mr. Blackbeard, Falko Teichmann und Ilo Pan.

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