von am 22. Februar 2013

Immer wieder freitags: Geschichten vom Neukoellner Tellerrand und darüber hinaus. An dieser Stelle präsentieren wir die Themen der Woche – was wir noch sagen wollten, was die Anderen so machen und unsere Empfehlungen fürs Wochenende.

In „Neukölln unter Hipstern“ beschreibt eine Wohnungsbesitzerin aus der Weserstraße, wie sie die Entwicklung von Neukölln seit der Wende bis heute erlebt hat. Das Gegenstück dazu im Tagesspiegel: „Ich vermiete Ferienwohnungen“ – Interview mit einem Wohnungsbesitzer, der vier Wohnungen regelmäßig an Touristen vermietet und so u.a. vom Wandel in Neukölln profitiert.

Die Initiative 100% Tempelhofer Feld hat ihre erste Hürde erfolgreich genommen: Nach offizieller Zählung wurden 28.147 Stimmen eingereicht.  In der Berliner Zeitung ist diese Woche ein Kommentar erschienen, der sich gegen die Ziele der Initiative richtet, da nur durch eine Bebauung des Feldes der Mietmarkt nachhaltig entlastet werden könne:

„Jetzt sind es wieder Nostalgiker – diesmal solche eines hedonistischen Lebensgefühls –, die eine Veränderung verhindern wollen. Dabei kann man schlecht auf der einen Seite über steigende Mieten und der damit verbundenen rasanten Veränderung der Innenstadt klagen und auf der anderen Seite eine riesige Innenstadtbrache zur Tabuzone für Neubau erklären.“

Ähnlich argumentiert auch Karsten Schulze, Bezirksverordneter der CDU, in seinem Blog.

Eine Erwiderung zu dem Vorwurf, man müsse sich zwischen Gentrifizierung oder Bebauung des Feldes entscheiden, wurde am Dienstag im Schillerkiezblog veröffentlicht:

„Es wird auf dem Tempelhofer Feld keinen preiswerten Wohnraum geben. Dafür muss man nur die entsprechenden Planungen ansehen: An der Oderstraße ist beispielsweise ausschließlich leichte Bebauung vorgesehen. Das heißt konkret: Townhouses bzw. vergleichbares. […]
Ich bin durchaus auch nicht mit allem glücklich, was die Tempelhofer Feld-Puristen auf dem Plan haben. Aber vermutlich ist das der einzig gangbare Weg. Alternativlos von der anderen Seite. Wenn es nicht anders geht, dann eben ebenso radikale Volksgesetzgebung und Widerstand, bis sie es irgendwann lernen. Insofern bin ich hocherfreut, dass die erste Stufe zum Volksbegehren “100% Tempelhofer Feld” jetzt auch offiziell problemlos gemeistert wurde.“

 

Während Heinz Buschkowsky aufrgund seiner BILD-Kolumne innerhalb der Partei aneckt, ecken die Neuköllner Jusos zurück: Auf ebay wird zur Zeit eine von den Jusos kommentierte Version von „Neukölln ist überall“ versteigert. Der Erlös wird einem Verein gespendet, der sich gegen Analphabetismus in Neukölln einsetzt. Teile der Kommentierung wurden auch auf der Homepage der Jusos veröffentlicht. Die Auktion endet nächsten Donnerstag. 

Die taz berichtet, wie die Veranstaltung der NPD im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt verlaufen ist. Im Vorfeld hatten u.a. das Bündnis Neukölln zum Protest aufgerufen. Da die Veranstaltung öffentlich war, hatten einige Gegendemonstranten Zugang zur Veranstaltung und versuchten eine Zeit lang die Versammlung zu stören. Zum Bericht in der taz.

Im Heimathafen hat es während einer Vorstellung gebrannt. Verletzt wurde niemand.

Seit letzter Woche liegt unsere zweite Printausgabe in vielen Kneipen, Restaurants und öffentlichen Einrichtungen in Neukölln aus. Im Print-Neuköllner erwartet euch unter anderem ein Portrait des Neuköllner Rappers Crystal F, dessen neues Video unten eingebettet ist. Für alle, die printlos glücklich bleiben möchten, veröffentlichen wir das Portrait nächsten Montag hier online.

 

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