von am 15. Oktober 2015

SchnesenZur musikalischen Einstimmung auf unsere Party im Ke//er am kommenden Freitag hat uns Schnesen ein Mixtape gebastelt. Außerdem erzählt uns der DJ im Interview, wo seine musikalischen Wurzeln liegen und darüber, wie sein Verhältnis zu Neukölln ist. 

neukoellner.net: Deine Kassette ist super abwechslungsreich – kannst du exemplarisch drei Tracks daraus kurz vorstellen? Was verbindet dich mit ihnen?

Schnesen: Drei besondere Platten wären:

The System – Baptize the Beat (Wind Hill Music)
Ein Klassiker vom Beat Street Soundtrack, den ich eine gewisse Zeit lang hoch und runter gehört habe. Das ist schon eine Weile her, aber für den Mix war es mal wieder eine tolle Entdeckung.

ASC – The Touch (Auxiliary)
Ich bin ein großer Auxiliary-Fan und habe somit auch alle Platten vom Label. ASC, der Labelbetreiber, hat das Genre Drum & Bass immer ein Stück weiter gedacht, bis zur Auflösung der Genregrenze. Er selbst hat seine Musik mal ganz schlicht als „Musik bei 170 BPM“ bezeichnet.

M.ono – Delaware State Route (Heist)
M.ono kenne ich schon eine halbe Ewigkeit und uns verbindet eine enge Freundschaft. Das sagt, glaub ich, alles.

Was war dir insgesamt bei der Auswahl der Platten für den Mix wichtig?
Ich hatte Lust, mal wieder einen abwechslungsreichen Mix zu machen, bei dem man schön von Genre zu Genre springt. Das ist ja eigentlich auch die Idee einer Mischkassette. Dann kam mir der Gedanke, ich könnte ein kleines Potpourri meiner musikalische Sozialisation zusammenstellen. Was es nun am Ende auch geworden ist.

Soweit ich weiß, begann deine DJ-Karriere mit Hiphop… wie kam dein Interesse für elektronische Musik?
Eigentlich habe ich gar nicht als DJ angefangen, sondern als MC. Zwar habe ich immer Platten gekauft und gehört, aber in erster Linie nur für mich. Mit elektronischer Musik bin ich dann über Freunde in Berührung gekommen, als diese angefangen haben, ihre ersten Drum-&-Bass-Scheiben zu kaufen und zu mixen. Gegen House Musik habe ich mich lange Zeit gesträubt, aber nachdem ich auf ein paar sehr schönen Partys und dem Nachtdigital Festival war, hat auch diese Musik in mir ein Feuerchen entfacht.

Du wohnst in Britz, wie hat es dich da hinverschlagen?
Das war in erster Linie eine sehr pragmatische und aufgezwungene Entscheidung. Als ich nach Berlin gekommen bin, war das der einzige Stadtteil, in dem ich als Student ohne Probleme eine Butze bekommen habe.

Wie gefällt es dir, dort zu wohnen? Was ist schön, was eher nicht so?
Mittlerweile finde ich es klasse hier. Ich mag die Ruhe und dass man mal runterkommen kann, aber auch die Möglichkeit, in die U7 zu springen und in zehn Minuten inmitten von Neukölln zu sein. Hier gibt es viel Grün und selbst nach 5 Jahren kann ich hier immer noch kleine Sachen entdecken. Das Einzige, was hier nicht so dolle ist, sind die kulinarischen Optionen.

Jetzt ziehst du aber bald nach Leipzig, wie kommts? 
Leipzig ist meine Heimatstadt und ich habe dort viele Freunde und Familie. Da mir das immer wichtiger wird, habe ich mich dazu entschlossen, wieder dorthin zu ziehen. Berlin wird aber auch weiterhin wichtig für mich bleiben, da ich mittlerweile auch hier viele tolle Menschen kenne, die ich nicht missen möchte. Die Verbindung Leipzig – Berlin ist ja auch mehr als optimal.

Und als DJ: Gibt es Clubs und/oder Plattenläden in Neukölln, die du empfehlen kannst?
Also man sollte auf jedenfall mal das Oye-Kreuzkölln und den Bass Cadet Records Plattenladen auschecken. Diesen Sommer habe ich auch einen kleinen Second Hand Laden in der Lahnstraße entdeckt, der hatte aber immer geschlossen, wenn ich dort war.

Schnesen wird am 16.10. bei unserer Party Tanzgewitter #nkstyle im Ke//er auflegen. Außerdem ist er Teil des Blog- und DJ-Kollektivs Ashore. Weitere Sets von Schnesen finden sich auf SoundCloud und für weitere Neuköllnkassetten bitte hier entlang.

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