von am 17. Februar 2015

NK-Kassette-03Das dritte Set unserer Mixtape-Reihe kommt von DJ Words. Im echten Leben heißt er Uri, stammt aus Jerusalem und hat auch schon unter den Synonymen Futurismo und Hamster aufgelegt. Uri veranstaltet die Partyreihen „Cheap Acid“ und „Futurism“, die wir euch bereits vorgestellt haben.

Neuköllnkassette #3 – Words: Eine experimentelle elektronische Reise zum Träumen und Sich-Verlieren in düsteren Gefilden.


neukoellner.net: Uri, auf deiner „Neuköllnkassette“ hört man verschiedene Genres elektronischer Musik, die aber nicht unbedingt einen typischen Club-Mix machen. Wenn schon nicht in einem Club, wo sollten wir deine Kassette hören?
Uri Hamster:
Ich stehe drauf, in Läden aufzulegen, die voll sind. Das ist für mich am wichtigsten: Musik für Menschen zu machen. Aber wenn ich gefragt werde, ein Set zusammenzustellen für Menschen, die es sich nicht in einem Club anhören, dann versuche ich gar nicht erst, ein Club-Set zu machen. Stattdessen will ich dem Hörer eine interessante Erfahrung bieten, ihn auf eine Reise mitnehmen durch verschiedene Genres und Sounds. Das Set soll nicht in einem bestimmten Raum oder einer Umgebung zu verorten sein, wie eben in einem Club. Als ich das hier gemacht habe, war ich an einem warmen Ort und draußen fielen schwere Regentropfen. Vielleicht hört man das, aber ich hätte eben auch woanders sein können.

Woran orientierst du dich, wenn du ein Set zusammenstellst?
Es ist einfach: In erster Linie muss es gut klingen. Es ist selten so, dass ich ein geschlossenes Konzept für ein Set habe. Meistens stelle ich Tracks zusammen, die in dem Moment gerade wichtig für mich sind, und dann überlege ich mir, wie ich mit diesen Tracks eine Geschichte erzählen kann.

Was gefällt dir besonders daran, in Neukölln aufzulegen? Gibts Unterschiede zu anderen Berliner Stadtteilen?
Ich glaube, dass Neuköllner Clubs wie Griessmühle, Loophole oder Sameheads offener sind für Musik außerhalb des Berliner Techno-Mainstreams. Acid, Electro, Lo-Fi Techno und House finden mehr Zuspruch in Neukölln als in anderen Berliner Nachbarschaften. Man ist hier freier, interessante, andere Musik zu spielen.

Wo liegen deine musikalischen Wurzeln? Was inspiriert dich?
Ich bin mit klassischer Musik aufgewachsen. Als ich ein Kind war, habe ich sieben Jahre Barockflöte gespielt. Ich habe Musik aus Südamerika und Afrika gehört. Ich glaube, mit zwölf habe ich das erste Mal elektronische Musik gehört. Heute konzentriere ich mich vor allem auf Techno und House, aber Drum’n’Bass, 2Step Garage, Breakbeat, IDM und instrumentelle Hip-Hop-Beats bleiben Teil meiner „musikalischen Ästhetik“. Und ich liebe die seltenen Momente, in denen ich die Möglichkeit habe, diese Genres zu spielen.

Was sind deine Pläne und Ziele für 2015 als Berliner DJ?
Ich bin ein Mitglied der Salaam-Schalom Initiative und ich hoffe, dass ich es schaffe, eine weitere Soli-Party zu organisieren, diesmal gegen Islamophobie und für Solidarität mit und zwischen verschiedenen Migrantengruppen in Neukölln. Auf der Party selbst wird es einen Techno Floor und einen Floor mit arabisch-persischer Musik geben. Darüber hinaus versuche ich, ein Projekt aufzubauen, das sich mit der möglichen politischen Bedeutung von Techno auseinandersetzt. Grundsätzlich versuche ich weniger ein „Promoter“ zu sein und mich stärker auf’s Auflegen zu konzentrieren. Aber ich fürchte, das wird wohl eine Wunschvorstellung bleiben.

Welche Berliner DJs gefallen dir derzeit besonders gut?
Es gibt einen anderen Neuköllner DJ, Evergreen, der eine fantastische Sammlung von Acid- und House-Klassikern hat. Ich schätze Leute, die regelmäßig nach alten Platten Ausschau halten. So einer ist er, zudem sind seine Sets voller Tracks, die mich sagen lassen: „Ich muss den Namen dieses Tracks herausfinden.“ Wenn es um Clubs geht, dann gibt es wohl nur wenige Leute, die besser sind als Alienata. Eigentlich muss ich nicht sagen, dass sie eine der besten DJs ist, die gerade in Berlin unterwegs sind. Ich tue es trotzdem: Sie ist großartig.

Mehr Musik von Uri Hamster gibt’s auf Mixcloud.

Für weitere Neuköllnkassetten bitte hier entlang.

Tracklist:
DJ Stingray 313 – Lead From The Shadows
Jabu – Still Feat. Kahn
Pearson Sound – Raindrops pt. I
Evian Christ – Fridge, Crank, Gun
Zomby – Entropy Sketch
Chicago Jim – A4
Bitstream – Come Play With Us
Actress – Xoul
The Bug – At War With Time (feat. Spaceape)
Abdulla Rashim – Aksum 3
Fatima Al Qadiri – Forbidden City
Ikonika – Tug Zone
Myler – Machine Elves
Eomac – Hitching A Ride
Rude 66 – Isolation
Rebolledo – Raid A LA Joya
Badawi – DstryPrfts [Shackleton RMX ft. Vengeance Tenfold]
Ñaka Ñaka = Dioges
Krampfhaft – Clip Point
South London Ordnance – Black Acre Feat. Brolin (Chris Carter Remix)
Words – So Wasted Feat. Michal Dar
Eprom Pentatonic Dust
Om Unit – Patients Feat. Jabu
Phaseone – Phaseone
Gonjasufi – Ancestors
Cut Hands – River Mumma
Akkord – Greyscale
CN – Maat
Mono Junk – With You

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