von am 27. September 2012

Ein „Zentrum des Dialogs zwischen Religion und Gesellschaft“ soll auf dem Tempelhofer Feld entstehen, das die verschiedenen Religionen der Stadt zusammenbringt. Die ersten Schritte auf dem Weg dorthin verliefen in Stille und Offenheit.

Bereits im Winter, vor der Eröffnung der „Tempelhofer Freiheit“ im Mai 2010, fand der erste „Leerlauf“ statt. Menschen unterschiedlicher Religionen trafen zusammen, um gemeinsam und schweigend über das Feld zu gehen. „Das hat einen schon sehr berührt. Sich dieser Weite und diesem großen Himmel zu öffnen. Gemeinsam, aber ohne dass man schon wieder redet, sondern einfach still ist und geht. Ohne Absicht und ohne besonderes Ziel. Sondern sich einfach nur offen hält für das, was kommt. Entweder vom Himmel oder aus der eigenen Tiefe.“ So berichtet Elisabeth Kruse, Pfarrerin der Evangelischen Kichengemeinde Genezareth und Vorsitzende des neu gegründeten Trägervereins „Treffpunkt Religion und Gesellschaft“.

Die Geschichte

Die Geschichte des Vereins beginnt im Jahr 2009 mit der Festlegung des „Interreligiösen Dialogs“ als eines der sechs Leitthemen für die Nachnutzung des Tempelhofer Feldes. Zu diesem Zeitpunkt trafen auf Einladung der Adlershof Projekt GmbH (jetzt Temeplhof Projekt GmbH) Mitglieder unterschiedlicher Religionsgemeinschaften zusammen und bildeten eine Initiative, die am 29. Mai 2012 zur Gründung des oben genannten Vereins führte. Zu den Gründungsmitgliedern zählen der Evangelische Kirchenkreis Neukölln, der Diözesanrat der Katholiken, das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus und der DITIB-Landesverband als Träger der Moschee am Columbiadamm. Aber der Verein erklärt sich ausdrücklich offen für weitere Religionsgemeinschaften. Ziel dieses Vereins ist es, nicht nur den Dialog zwischen den Religionsgemeinschaften, sondern auch mit nicht religiösen Menschen zu fördern und zum Gespräch über gesellschaftspolitische Themen aus religiöser Sicht beizutragen.

Für die Zusammenarbeit dieser Religionsgemeinschaften, die durch das Mobile Beratungsteam Ostkreuz der Stiftung SPI moderiert wird, ist es von zentraler Bedeutung, dass sich alle Beteiligten auf Augenhöhe begegnen. Elisabeth Kruse betont auch, dass Ereignisse wie die Drohbriefe an und die Attacken auf die Şehitlik-Moschee zeigen, wie nötig so ein Zusammenschluss ist. In der Vereinssatzung ist „das solidarische Eintreten füreinander im Falle diskriminierender Tendenzen gegenüber einzelnen Religionen“ fest verankert.

Die Vision

Die Vision des Vereins ist ein „Zentrum des Dialogs zwischen Religion und Gesellschaft“ auf dem Tempelhofer Feld. Ein Gebäude, in dem sich nicht nur die großen Religionsgemeinschaften zeigen können, sondern das vor allem als großer neutraler Veranstaltungsraum zur Verfügung steht.

Obwohl die Entstehung eines solchen Zentrums noch in weiter Zukunft liegt, ist in der Gegenwart ein Dialog spürbar, der weit über die Worte hinausgeht. Und alle Interessierten sind eingeladen teilzunehmen.

Nächste Termine für den „Leerlauf”:
01. Oktober 2012 um 19 Uhr, 05. November 16 Uhr, 03. Dezember 16 Uhr
Treffpunkt: Haupteingang Columbiadamm
Weitere Informationen

Der Text ist in der Juni-/Juliausgabe der Schillerkiezzeitung “Promenadenmischung” erschienen.

 

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