von am 5. Oktober 2015
Fahrräder

In Neukölln stehen Fahrradfahrer im Straßenverkehr noch an zweiter Stelle. Foto: Regina Lechner

Fahrradstraßen und Radwege für mehr Sicherheit im Straßenverkehr: Warum kriegt der Bezirk das nicht hin? Dazu ein Gastbeitrag des stellvertretenden Bezirksbürgermeisters und Vorsitzender der CDU Neukölln Falko Liecke.

Warum gibt es in Neukölln noch keine Fahrradstraßen, warum wird das Radfahren nicht attraktiver, sicherer und komfortabler gestaltet? Diese Fragen, die die Redaktion von neukoellner.net an die Neuköllner Bezirkspolitik richtet, sind wichtige Fragen. Denn sie betreffen uns alle.

Gerade in der Innenstadt kommt der individualisierte Autoverkehr erkennbar an seine Grenzen. Wer auf dem Weg in den Norden unseres Bezirkes zunächst im Stau steht und anschließend genauso lange nach einem Parkplatz sucht, wird schnell erkennen, dass wir nach Alternativen suchen müssen. Gleichzeitig stellt der erhebliche Verkehr in der Innenstadt auch eine gesundheitliche Belastungen dar. Ich möchte aber, dass junge Familien, die zum Glück in den letzten Jahren Neukölln wieder für sich entdeckt haben, gesund und ohne übermäßige Luftbelastung aufwachsen können.

Alle Interessen berücksichtigen

Lösungsvorschläge für diese Probleme gibt es viele. Über Elektromobilität, Carsharing, fahrscheinlosen öffentlichen Nahverkehr bis hin zu neuen Formen der Nutzung öffentlichen Raumes wie Shared Space. Einige dieser Ideen sind realistisch und sinnvoll, andere sind wenig durchdacht oder derzeit nicht umsetzbar. Wir werden gemeinsam im Bezirk und im Land dafür streiten müssen, den Verkehr in unserer Stadt so zu ordnen, dass alle Interessen berücksichtigt werden. Denn dazu gehören auch diejenigen, die auf die Nutzung eines PKW angewiesen sind. Sei es aus beruflichen, familiären oder gesundheitlichen Gründen.

In Neukölln ist dafür allerdings bereits einiges getan worden. Seit 2007 wurden hier rund 40 Kilometer Radweg umgebaut oder saniert. Etliche Fahrradbügel wurden insbesondere im Norden des Bezirks aufgestellt. Zusammen mit der Senatsverwaltung werden außerdem bauliche Maßnahmen an den wichtigsten Neuköllner Straßen umgesetzt. Nicht zuletzt setzt sich die CDU gemeinsam mit den Grünen dafür ein, die Einrichtung zweier Fahrradstraßen in der Bürkner- und der Weserstraße zu prüfen (Anm.d.R: Die CDU Neukölln unterstützt dazu Anträge der Neuköllner Grünen, hier und hier). In diesem Zuge wird auch die weitere Asphaltierung dieser Straßen zu prüfen sein. Ich freue mich, dass mit dieser Initiative ein erster Test für den Ausbau des Fahrradverkehrs in Neukölln gestartet ist.

Liecke

Falko Liecke, Foto: promo

Wir wollen den Radverkehr und andere sinnvolle Alternativen zum individualisierten Kraftverkehr stärken. Ich lade Sie dazu ein, sich an der Diskussion weiter so engagiert und konstruktiv zu beteiligen.

Falko Liecke ist stellvertretender Bezirksbürgermeister, Stadtrat für Jugend und Gesundheit und Kreisvorsitzender der CDU Neukölln.

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5 Kommentare:

  • Michael Fritz sagt:

    Weigandufer wäre eine optimale Fahrradstr.

  • Paula sagt:

    Der Hermannplatz muss für Radler wie Fußgänger endlich entschärft werden – die Probleme dort sind so lange bekannt und es tut sich rein gar nichts. Ich komme da jeden zweiten Tag fast unter die Räder oder muss mich anpöblen lassen, weil die Autofahrer den Unterschied zwischen Rad- und Fußgängerampel beim Rechtsabbiegen nicht erkennen können.

  • Camilo sagt:

    Der Hermannplatz soll schon seit Jahren umgestaltet und für den ÖPNV, Fußgänger und Radfahrer reserviert werden. Das Projekt wurde jedoch verschoben. Demnach sollte 2016 mit dem Umbau begonnen werden. Ich bin gespannt, was noch passiert. Sonnenallee und Hermannstraße würden Radstreifen vertragen. Oder mensch überlegt sich, ob er den Radverkehr über die kleineren Parallelstraßen führt, was jedoch die Asphaltierung dieser erfordern würde und die Radfahrenden vom wirtschaftlichen Geschehen abkoppeln würde.
    Hier noch ein Link zur Diskussion um den Hermannplatz: http://www.tagesspiegel.de/berlin/umbauplaene-werden-nicht-umgesetzt-seit-acht-jahren-tut-sich-nichts-am-hermannplatz/10828528.html

  • Heiko sagt:

    Neukölln und Radfahrer? Da fallen einem als Familienvater eigentlich eher Gehwegradler und Rotlicht-mir-doch-egal-Radler ein.

    Anstatt die Schuld anderswo zu suchen, sollte man evtl. zuerst erzieherische Maßnahmen überlegen, um diese Unsitten abzustellen? Es mag nur eie Minderheit von vielleicht 10-20 Prozent sein – aber genau diese Minderheit sabotiert den Gedanken an eine Stadt der Mobilität auf Augenhöhe.

    Ich kann meinen Kindern nur schwer vermitteln, warum sie an der roten Radampel stehen bleiben sollen, wenn bspw. am Hermannplatz von Mitradlern munter je nach Gustus entweder die Fußgängerampel, die Radampel , die Autoampel oder eben ga keine Ampel beachtet wird.

  • saskia sagt:

    Ich als Mutter empfinde es ganz anders als mein Vorredner Heiko. Es gibt viele Situationen, in denen ich es mit Kind hinten drauf nicht verantworten kann bzw. schlichtweg Angst auf der Straße habe und dann immer wieder auf den Gehweg ausweichen muss. Das ist mir zwar super unangenehm, aber es ist mir lieber als auf den Autorennstrecken ohne Fahrradstreifen mit Null Sicherheitsabstand überholt zu werden. Außerdem kann ich ohne vernünftige Infrastruktur nicht erkennen, wie ich regelkonform mit dem Rad von A nach B kommen kann in Nord-Neukölln. Da sind meines Erachtens weniger erzieherische Maßnahmen als durchdachte Wege und Kreuzungsbereiche gefragt.

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