von am 14. Juli 2015

nk_Kopftuch_artikel_572_bild2My head my choice: Salaam-Schalom ruft zur Demo für ein inklusives Neukölln. Kopftuch galore!

Der Neukoellner trägt heute Kopftuch – hier auf unserer Seite, im Logo und in den Sozialen Medien. Der Grund: Heute um 18.30 Uhr findet vor dem Rathaus eine Demo für ein inklusives Neukölln statt. Wir als neukoellner.net unterstützen den Aufruf von Salaam-Schalom:

Kopftücher sind ebenso wie Hochsteckfrisuren, Kippot oder Hüte ein Teil Neuköllns. Wir repräsentieren diesen Bezirk und dieses Land, und fordern das Recht ein, diese Repräsentation auch (und gerade) in öffentlichen Ämtern wahrnehmen zu können.

Warum das alles?

Seit Jahren wird Neukölln von Bezirksbürgermeistern repräsentiert, die aus ihrer ideologischen Opposition gegen das (muslimische) Kopftuch keinen Hehl machen – in einem Stadtteil, in dem eine große Anzahl muslimischer Frauen ein Kopftuch tragen.

Mediale Hetze, paternalistische und bevormundende Deutungen, institutionelle und „wohlgemeinte“ Diskriminierung vermischen sich hier zu einem Klima, in dem muslimische Frauen gar keine andere Wahl haben, als sich als Bürgerinnen zweiter Klasse zu sehen. Noch hinzu kommt, dass mehr als ein Drittel aller Neuköllner überhaupt keinen Einfluss darauf haben, wer sie im Neukölln Rathaus vertritt: Ohne den Besitz einer EU-Staatsbürgerschaft ist man von Kommunalwahlen in Berlin ausgeschlossen.

Deshalb: Schnapp dir die Kopfbedeckung deiner Wahl. Los gehts um 18.30 Uhr vor dem Rathaus Neukölln. My head my choice!

Aktuelle Infos: https://www.facebook.com/events/822333601195987/

Au ja, ich spende via: PayPal | Überweisung | Bankeinzug | Flattr

 

3 Kommentare:

  • Ihr habt meinen Tag gerettet! Wenn ich ganz ehrlich bin, nicht nur den Tag, sondern mindestens eine ganze Woche.
    Als AmF befassen wir uns seit Jahren mit der Diskriminierung muslimischer Frauen, insbesondere der Kopftuchträgerinnen. Nachdem wir dachten, nach dem BVerfG-Beschluss würden schlagartig bessere Zeiten abrechen, erleben wir jetzt, wie sich wirklich fast jedes Verbotsland windet, um nur ja den Status Quo aufrechtzuerhalten – BVerfG hin oder her. Das ist frustrierend und beschämend. Aber solche Aktionen wie eure, gibt uns immer wieder den Mut mit unseren Bemühungen nicht nachzulassen.

    Viele Grüße
    Gabriele

  • mdeix sagt:

    Religion und Weltanschauung sind Privatsache. Am Arbeitsplatz, insbesondere im öffentlichen Dienst, sollte ein religiös und weltanschaulich neutrales Erscheinungsbild der Mitarbeiter Ausdruck des Respekts vor Andersdenkenden sein. Wer sich nicht dran halten will, grenzt sich selbst aus. Das Berliner Neutralitätsgesetz ist eine gute Sache und sollte gegen ideologisch motivierte Angriffe mit Nachdruck verteidigt werden. Ansonsten werden es vielleicht die rechten Burschenschafter sein, die auf ihre „Weltanschauungsfreiheit“ pochen, und in der öffentlichen Verwaltung ihrer Burschenschafterkappen tragen wollen:

    http://www.aldania.at/startarchiv/10-1.htm

  • André sagt:

    Liebe Leute,

    geht es noch etwas schlichter..? Auch wenn man mehrere Themen und Forderungen miteinander verrührt, dazu noch einen Schuss Naivität hinzufügt, kommt noch nicht gleich etwas Sinnvolles dabei heraus. Über das Kommunalwahlrecht von Nicht-EU-Bürgern kann man diskutieren, nur wird das nicht auf Bezirksebene entschieden.
    Das Berliner Neutralitätsgesetz bezieht sich auf alle religiösen Symbole und eben nicht nur auf Kopftücher. Wenn ein Richter mit einer Kippa Urteile über muslimische Jugendliche spricht, kann ich mir die Proteste jetzt schon bildhaft vorstellen.

    Ich freue mich übrigens, wenn Ihr auch einmal dafür demonstriert, dass muslimische Frauen und Männer heiraten dürfen, wenn sie möchten, ohne von der Familie verstoßen, verfolgt und im schlimmsten Fall getötet zu werden. Zwangsehen und Verfolgen durch die Familie passieren leider auch in unserem ach so liberalen Berlin.

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