Am Sonntag demonstrierten Bebauungsgegner gegen die Umgestaltung der Tempelhofer Freiheit. Während die Planungsgesellschaft an ihren Plänen festhalten will, wollen die Gegner den Druck auf den Senat erhöhen.
Die Internationale Gartenausstellung 2017 auf dem Tempelhofer Feld ist vom Tisch. Trotzdem soll das ehemalige Flughafengelände nach den Plänen des Architektenbüros GROSS.MAX umgestaltet werden – so sieht es zumindest die dafür zuständige stadteigene Planungsgesellschaft Grün Berlin (wir berichteten). Die Gegner der Pläne, allen voran die Initiative 100% Tempelhofer Feld, wollen dies jedoch weiterhin verhindern. Daher riefen sie am vergangenen Sonntag zur Demonstration auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof auf.
Unter dem Motto „Hände weg vom Wiesenmeer“ versammelten sich dabei nach Polizeiangaben zwischen 800 und 1000 Teilnehmer. Vom Eingang an der Oderstraße zogen sie bei gutem Wetter in einem Demonstrationszug einmal quer über das Feld zum Flughafengebäude und wieder zurück.
Auftakt für den Volksentscheid
Die Demonstration bildete damit einen „kraftvollen Auftakt zur Unterschriftensammlung für den Volksentscheid“, wie es von Seiten der Veranstalter bei der Abschlusskundgebung hieß. Dieser soll nach Plan nämlich Anfang Oktober beginnen, nachdem der Senat den Start bisher angeblich bewusst hinaus gezögert hätte. Die Mitglieder der Initiative sind jedenfalls schon in reger Erwartung, stellt das Volksbegehren doch einen „zentralen Bestandteil unserer vielfältigen Aktionen gegen die Bebauung“ dar, wie Niklas Engelmann von der Initiative 100% Tempelhofer Feld in seinem Redebeitrag betonte.
Das Ziel sei es dabei, bereits im ersten Durchgang so viele Stimmen zu sammeln, dass der Druck auf den Senat deutlich erhöht würde, erklärte Hermann Barges, Vorsitzender der Initiative. Man wolle gar nicht den Schritt bis zum Volksentscheid gehen müssen. Dieser würde für die Stadt nur zusätzliche Kosten in Millionenhöhe bedeuten, die man gerne verhindern würde. Demnach seien bereits rund die Hälfte der Abgeordneten des Berliner Senats auf der Seite der Bebauungsgegner. Durch den erzeugten Druck sollten nun noch die restlichen davon überzeugt werden, einem Gesetz zum Erhalt des Tempelhofer Felds zuzustimmen.
Kämpferisch und siegesgewiss
Auf Seiten der Initiative gibt man sich siegesgewiss: Nichts deutet hier darauf hin, dass die Planungen beschlossen und unabwendbar seien, wie es die Planungsgesellschaft Grün Berlin immer betone. Stattdessen wolle man alle Möglichkeiten ausschöpfen, um eine Bebauung noch zu verhindern. Dementsprechend kämpferisch gab man sich auch auf der Abschlusskundgebung: „Wir werden die Sache durchziehen“, hieß es da von einem der Redner. So ist die endgültige Entscheidung über die Zukunft des Tempelhofer Felds wohl noch lange nicht gefallen.
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