von am 11. Januar 2015
Kontraklang

Kontraklang: Andreas Engström, Christopher Williams und Marta Blažanović-Drefers (v.l.n.r.)

Kammermusik, Klangkunst, Improvisationsmusik, Composer-Performer – alles Stilrichtungen der Zeitgenössischen Musik, die die neue monatliche Konzertreihe „Kontraklang“ vereint.

Organisiert werden die Konzerte von den drei Kuratoren Marta Blažanović-Drefers, Andreas Engström und Christopher Williams. Am Montagabend feiern sie das Auftaktkonzert im Heimathafen Neukölln mit dem Ensemble Zeitkratzer. Wir haben die drei Macher zum Interview getroffen.

Interview: Katharina Pencz, Foto: Sol Vazquez Costa

neukoellner.net: Die Berliner Szene für zeitgenössische Musik ist sehr vielseitig und kann immer wieder in Musikabenden oder Festivals erlebt werden. Was unterscheidet „Kontraklang“ von anderen Konzerten in diesem Bereich?

Andreas Engström: Unsere Reihe ist etwas offener gegenüber anderen Genres und Stilen, die man normalerweise nicht in einer Kammermusik-Reihe für zeitgenössische Musik findet. Wir haben uns bewusst für Musiker und Ensembles entschieden, die auch Berührungspunkte zur Improvisationsmusik haben oder auch zur Klangkunst. Es ist aber nicht so, dass wir dabei Grenzen überschreiten. Wir haben einfach eine weitgefasstere Idee von der Neuen Musik.

Christopher Williams: Es gibt auch einen sehr praktischen Unterschied, denn in unserer Szene in Berlin gibt es entweder sehr kleine, intime Veranstaltungen oder große Festivals. Wir wollen diese Lücke mit Kontraklang schließen.

Könnte man also sagen, statt Grenzen zu überschreiten, gibt Kontraklang den vielen verschiedenen Strömungen in der zeitgenössischen Musik eine neue Plattform?

Christopher Williams: Wir kommen ja alle aus der Praxis und wir denken bei zeitgenössischer Musik nicht an ein festes Genre. Die Szene in Berlin ist so bunt und lässt sich schwierig in bestimmte Kategorien einordnen. Konventionelle Festivals oder Radioprogramme differenzieren hier mehr, aber die Szene ist nicht so und wir wollen das einfach widerspiegeln und unterstützen.

Außerhalb von Kontraklang seid ihr als Musikwissenschaftler, Musikkritiker oder selbst als Musiker in der Zeitgenössischen Musik unterwegs. Wie ist denn die Idee zu der Konzertreihe überhaupt entstanden?

Marta Blažanović-Drefers: Der Berliner Senat hat im vergangenen Jahr eine Ausschreibung für eine Konzertreihe für Neue Musik gemacht. Das hat uns sehr interessiert, denn ich veranstalte bereits Konzerte und Christopher lädt zum Beispiel regelmäßig zu einem Salon-Nachmittag mit zeitgenössischer Musik ein. Wir drei haben uns dann mit dem Kontraklang-Konzept beworben und gewonnen.

Bis auf wenige Ausnahmen werden die Konzerte im Heimathafen Neukölln stattfinden. Warum habt ihr euch für Neukölln und diesen Veranstaltungsort entschieden?

Andreas Engström: Der Saal im Heimathafen Neukölln ist sehr gut geeignet für die Konzertreihe und vielleicht können wir im Sommer auch etwas draußen im Hof machen. Es gibt viele Möglichkeiten im Raum und wir versuchen mit jeder einzelnen ein Klangerlebnis zu schaffen.

Christopher Williams: Hier ist einfach eine super tolle Atmosphäre – der Saal selber klingt gut und ist Mitten in Neukölln. Wir wohnen alle in Neukölln und hier finden so viele künstlerische Aktivitäten statt.

Sind die Konzerte von Kontraklang denn nur etwas für Kenner der zeitgenössischen Musik?

Andreas Engström: Nein, überhaupt nicht, aber besonders auch nicht das Auftaktkonzert. Das zeitkratzer Ensemble von Reinhold Friedl ist sehr bekannt in der zeitgenössischen Musik, aber nicht nur dort. Es hat zum Beispiel schon Musik von Lou Reed interpretiert.

Marta Blažanović-Drefers: Das erste Konzert ist sehr vielseitig. Zum Beispiel wird das Publikum mit einbezogen und es werden zwei Stücke von der Bläserklasse der Neuköllner Clay-Schule gespielt – die Schüler werden auf dem Balkon stehen und von oben spielen. Ich denke, das wird ganz cool für alle sein.

„Kontraklang: Zeitkratzer“ am Montag, den 12. Januar um 20 Uhr im Heimathafen Neukölln. Karten können noch an der Abendkasse erworben werden: 13 €, ermäßigt: 10 €

Weitere Informationen zu der Konzertreihe auf www.kontraklang.de

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