von am 23. Februar 2012

Seine Locken wehen im Wind, wenn er durch sein „Kreuzkölln“ flaniert. Seit jüngst ist Max Prosa der Herzensbub des deutschen Feuilletons. Er ist mittlerweile so populär, dass wir gar nicht an ihn rangekommen sind. Wir haben es auch gar nicht versucht. Stattdessen haben wir seine Fans befragt.

Text: Anton Zimmermann

Wie sieht er eigentlich aus, der Max Prosa?

„Der erste Eindruck […] ist ein dünner Junge mit wehender Mähne, Gitarre, später auch Mundharmonika.“ Tino Lange, Hamburger Abendblatt

„Seine Zigaretten raucht er ausschließlich selbstgedreht, in der Manteltasche transportiert er einen Gedichtband, seinen Kaffee trinkt er schwarz und süß.“ Thomas Winkler, taz

Da gab‘s doch schon mal einen?

„[…] der junge Mann mit seinen Strubbelhaaren, seinem weißen Hemd, mit der Akustikgitarre und um den Hals den Mundharmonikahalter: Man kommt nicht darum herum, an den jungen Bob Dylan zu denken.“ Felix Bayer, Spiegel Online

„[…] und es ist kein Wunder, wenn Max Prosas Fürsprecher in ihm den spät geborenen deutschen Dylan sehen.“ Michael Pilz, Berliner Morgenpost

„Max Prosas hübscher Lockenkopf erinnert an den jungen Liedermacher aus Minnesota […] Auch der 22 Jahre alte Berliner ist so ein Junge mit der Gitarre […]“ Heinrich Oehmsen, Hamburger Abendblatt

„Ein früher, unvollendeter Dylan, mitten in Neukölln.“ Thomas Winkler, taz

Frau Pauer?

„Max Prosa ist nicht Bob Dylan.“ Nina Pauer, Die Zeit

Danke. Alles andere wäre ja auch verrückt. Wie klingt überhaupt seine Musik?

„Max Prosa […] gehört zum Genre des gerade wieder äußerst populären deutschen Wohlfühl-Pop.“ Heinrich Oehmsen, Hamburger Abendblatt

„Man glaubt auch, den eigenen Ohren nicht zu trauen, wenn er singt: Es ist ein Nörgeln und ein Nuscheln […]“ Michael Pilz, Berliner Morgenpost

„Sein jugendliches Pathos tut ihm gut, hebt Max Prosa heraus im Genre der sonst allzu abgewogen formulierenden gefühligen Singer/Songwriter aus Deutschland.“ Felix Bayer, Spiegel Online

„Diese „Mädchenmusik“ hat Tradition in Deutschland.“ Heinrich Oehmsen, Hamburger Abendblatt

Wie schlägt er sich denn auf der Bühne?

„Er besingt seine Betonflügel und rudert mit den Armen wie ein angeschossener Singvogel.“ Michael Pilz, Berliner Morgenpost

Und kommt Prosa damit bei den Frauen an?

„Prosa ist eher ein Frauenversteher und -betörer […]“ Heinrich Oehmsen, Hamburger Abendblatt

„Denn mit dem Lockengebirge auf seinem Kopf sieht er einfach zu gut aus, um nicht von Teenager-Magazinen entdeckt zu werden.“ Thomas Winkler, taz

Frau Pauer?

„[…] die blauen Augen offen, sein Blick erzwingt sofortiges Wegschauen.“ Nina Pauer, Die Zeit

Okay, okay. Genug der Sexy Facts.

„In schweren Schichten dunkler Klamottenkluft, mehr liegend als sitzend […]“ Nina Pauer, Die Zeit

Danke, wir haben’s verstanden…

„Wenn Max Prosa sich selbst dazwischenruft, klingt es nach einem Akt der Befreiung, als verließe weit unten in ihm etwas Ungebändigtes den Zustand des Wartens, als fände sich plötzlich irgendwo ein Fenster, das er aufreißen und durch das er dem »Du« in seinen Songs noch schnell das Wichtigste hinterherrufen kann.“ Nina Pauer, Die Zeit

Oh Gott…

„Da braucht einer Orientierung.“ Thomas Winkler, taz

Sehr richtig, Herr Winkler. Apropos Orientierung. Wo kommt Prosa eigentlich her?

„Aufgewachsen ist er in Charlottenburg, einem bürgerlichen Berliner Stadtteil.“ Heinrich Oehmsen, Hamburger Abendblatt

„ […] Prosa kam sich wie ein junges Zuchttier vor.“ Michael Pilz, Berliner Morgenpost

Ich bekomme langsam Angst. Was passierte dann?

„Prosa […] zog ins angesagte, etwas schmuddelige, aber billige Neukölln und konzentrierte sich aufs Songschreiben.“ Heinrich Oehmsen, Hamburger Abendblatt

Und was sagt Prosa zu seiner neuen Heimat?

‚Neukölln ist ein Symbol für meine Sehnsucht nach dem Leben.‘ Wenn Max Prosa solche Sätze spricht, klingt er wie ein erfahrener, weiser Mann.“ Michael Pilz, Berliner Morgenpost

Fängt der auch noch mit dem Gesülze an…

„Seine bislang größte persönliche Revolution war es, in den Stadtteil Neukölln umzuziehen.“ Nina Pauer, Die Zeit

Jetzt reicht’s. An dieser Stelle brechen wir das Gespräch lieber ab. Ich glaub, hier braucht nicht nur einer Orientierung. Mann, Mann, Mann…

 

Prosa-Fans:

Tino Lange, Hamburger Abendblatt: Max Prosa verpasst dem Bunker „Flügel aus Beton“

Thomas Winkler, taz, 18./19. Februar 2012: Kleines Schiff im Wind

Felix Bayer, Spiegel Online: Pop-Prognose 2012 – Platz 8: Max Prosa

Michael Pilz, Berliner Morgenpost, 22. Februar 2012: Wenn schon Liedermacher, dann er

Heinrich Oehmsen, Hamburger Abendblatt: Jung, lieb, Songschreiber: Max Prosa im Uebel & Gefährlich

Nina Pauer, Die Zeit: Nie mehr zum Friseur

 

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