von am 23. September 2014

flugzeug-1_572Nach dreijähriger Umbauphase ist das Kindl-Zentrum für Zeitgenössische Kunst eröffnet worden. Wir haben uns die erste Installation in der ehemaligen Brauerei angesehen. Fazit: Kann was!

Es ist ein schwindelerregender Auftakt für das Kindl Zentrum für Zeitgenössische Kunst. Wo früher Bier gebraut wurde, rast jetzt ein Flugzeug von der Decke des 20 Meter hohen Kesselhauses. Die gelb-rote Kitfox ist nur 200 Kg schwer, wird in der Luft aber bis zu 190 kmh schnell. Hier hängt sie in rasendem Stillstand an einem Drahtseil, von zwei dröhnende Ventilatoren gedreht, als würde sie sich in stillgestelltem Sturzflug Richtung Boden schrauben.

Neue Neuköllner Dimensionen

Da wollte zur Eröffnungsfeier des Kindl Zentrums keiner so richtig gern unter dem Propeller stehen. Das übliche Berliner Kunstpublikum stand leicht irritiert am Rand und versuchte diesen Flugversuch einzuordnen, aber glücklicherweise gab es Kindl aus der Flasche, an dem man sich festhalten konnte. Eine Kunstinstallation in so prachtvoller Industriekulisse findet man nicht überall. In Neukölln eröffnen sich damit neue Dimensionen, jenseits enger Galeriewände und das hoffentlich nicht nur in einem ästhetischen, sondern auch in einem gesellschaftlichen Sinne.

Flugzeug-2_286

Kitfox Experimental: Da will keiner direkt drunter stehen.

Roman Signers kindliche Freude

Der Schweizer Künstler Roman Signer ist der richtige Mann für solche lustig-dramatischen Gesten, die gewohnte Perspektiven verschieben. Er mag es wenn Dinge abheben, hat schon mal einem vierbeinigen Raketentisch das Fliegen beigebracht, Schwimmflügel an Skier montiert oder sich im Kajak hinter einem Auto herziehen lassen. Fallen, Fliegen, Schwimmen, Explodieren sind Bewegungen, denen Signer sich mit überschäumender kindlicher Freude hingeben kann. Er macht Kunst, die bewegt und statt komplexer Konzepte lieber die geraden Wege der Begeisterung und des Staunens geht. Dass sich immer was bewegt und auch mal umkippt passt ganz gut nach Neukölln.

Weitere Ausstellungen geplant

Am Rollberg hat sich lange nichts getan, bis 2011 ein Schweizer Ehepaar die alte Kindl Brauerei kaufte, um hier einen Ort für zeitgenössische Kunst zu schaffen und Andreas Fiedler, Kurator des frisch eröffneten Kindl Zentrums, hat eine gute Wahl damit getroffen diesen beeindruckenden Ausstellungsraum von Roman Signer bespielen zu lassen. Nach diesem fantastischen Take-Off sollen Anfang des nächsten Jahres hier weitere Ausstellungen folgen.

Die Installation „Kitfox Experimental“ von Roman Signer ist noch bis zum 28. Juni 2015 im Kindl Zentrum zu sehen.

Au ja, ich spende via: PayPal | Überweisung | Bankeinzug | Flattr

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.