von am 16. Juni 2013

Rixdorfer Ahnentruhe (Foto: Gina Reimann)

Neukölln ist ein bunter Bezirk, der von der kulturellen Vielfalt seiner Bewohner lebt. „Wo kommen wir NeuköllnerInnen her?“, fragt passenderweise eine Ausstellung, in der man sich auf die Spuren des mittelalterlichen Rixdorf und seiner Bewohner begeben kann.

Eigentlich wollte Ingrid Biermann-Volke nur einen Stammbaum für ihre Enkelin erstellen. Als originelles Geburtstagsgeschenk. Das war vor fünf Jahren. Seither befasst sich die studierte Historikerin mit den Lebensgeschichten ihrer Urahnen. Gemeinsam mit dem Verein „Roter Adler“ e.V (Brandenburgische Genealogische Gesellschaft) und einem kleinen Team aus Hobby-Ahnenforschern, geht Autorin Ingrid Biermann-Volke der Frage nach, woher wir Neuköllner überhaupt kommen.

Auf dem traditionsreichen Gelände des Fuhrunternehmens Gustav Schöne (Kutschen-Schöne) im Richardkiez erhält man einen kleinen Einblick in das Leben Rixdorfer Urgesteine. Anhand von Ahnentafeln, Stammbäumen und Fotosammlungen lassen sich hier einige Neuköllner Familiengeschichten nachvollziehen. Angefangen bei den ersten böhmischen Einwandererfamilien, die nach Rixdorf kamen und sich rund um den heutigen Richardplatz niederließen, bis hin zu den Hugenotten und den mährischen Slawen. Neukölln ist ein Einwanderer-Bezirk. Das war er damals und ist es noch heute.

Genealogie ist nichts für Empfindliche

Bei ihren Recherchen stieß Ingrid Biermann-Volke auf spannende Liebesgeschichten und tragische Familienschicksale, die sie jedem Besucher gern erzählt. Einige, die sich an sie oder den Verein „Roter Adler“ e.V wenden, um ihre Herkunft zu rekonstruieren, erfahren oftmals auch Wahrheiten, die wehtun. Ein harmloser Urgroßvater, der sich als Kriegsverbrecher entpuppt, oder die Ur-Urgroßmutter, die Selbstmord beging. Darauf müsse man sich innerlich vorbereiten.

Unsere Urahnen hatten es nicht leicht. Während man sich die Bilder aus längst vergangenen Zeiten ansieht, kann man Kaffee und Kuchen von Uromas gutem Geschirr verzehren. Für all diejenigen, die gern einen Blick hinter die Kulissen der Ausstellung werfen wollten, lud die Sonderausgabe des 2. Rixdorfer Gesprächssalons am Nachmittag zu einer Fragerunde ein. Teilnehmer waren Stadtführer Reinhold Steinle und Vereinsvorsitzender Gerd-Christian Treutler („Roter Adler“ e.V).

Fotos: Gina Reimann

Austellung „Wo kommen wir NeuköllnerInnen her?“, So 12-19 Uhr, Kutschen Schöne, Richardplatz 18 (Fuhrunternehmen) (RIC-15)

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.