von am 12. Oktober 2015

bowie_1_nkIn unserer neuen Serie Heimatlieder servieren wir die schönsten und grottigsten Songs über Neukölln oder von Neuköllnern. Virtuos, originell und teilweise richtig beschissen. Das Beste kommt dabei zuerst: unsere total subjektiven All-Time-Favorites von Platz 1 bis 7.

Platz 1: Gabi Decker & Kurt Krömer – Neukölln

Geklaute Melodie von Sonny und Cher, virtuose Reime und Klamotten wie aus einem Second-Hand-Laden im Schillerkiez – das Rezept, aus dem Welthits gekocht sind. Neuköllns Kabarett-Dino Kurt Krömer und sein weibliches Pendant Gabi Decker fassen 2009 ihre Liebe zum Bezirk in drei Minuten zusammen, oder auch mal in einer Songzeile: „Ob bei Regen oder Schnee, wir lieben dich Sonnenallee!“

 

Platz 2: David Bowie – Neuköln

Zusammen mit Brian Eno im Sommer 1977 geschrieben und anschließend auf dem Album „Heroes“ veröffentlicht. Auch wenn Bowie ein „L“ im Titel vergessen hat, ruft der Track genau die düsteren Gefühle hervor, welche Ende der Siebziger Jahre im Randbezirk direkt an der Mauer vorgeherrscht haben müssen: Beklemmung, Tristesse, Hoffnungslosigkeit. Ein klagendes Saxophon, einstürzende Gitarrenwände und eine sakrale Orgel, die langsam zu Grabe getragen wird. Dazu ein Video, das euch gruseln wird. Oder ist das Kunst?

 

Platz 3: Kalkowski – Neukölln, du alte Hure!

Die Hymne für alle Neuköllner, denen das Schicksal übel mitgespielt hat. Gefangen in „Hinterhöfen der Illusionen“, während dieser komische Geruch von Rindfleisch durch die Luft weht. Die Band um Gitarrist und Frontmann Kalle Kalkowski liefert der ganzen beschissenen Scheiße, die da täglich in Neukölln passiert, ihren von Jimi Hendrix beeinflussten Soundtrack. Beklemmend.

 

Platz 4: Herr Stenzel – Polonaise durch Neukölln

Ein Song der Kategorie: So schlecht, dass er schon (fast) wieder geil ist – trotz des nervig-blubbernden Techno-Kinderklaviers. Wenigstens gibt euch Herr Stenzel nützliche Kneipentipps: „Vorbei am Ä, vorbei am Tier, lieber auf ins Stüberl, auf ein frisches Bier.“ Von uns gibt’s dafür gerade noch Platz vier.

 

Platz 5: Exxar & Kiddkey – Das ist Neukölln

Hände aus dem Jutebeutel, Over-Ear-Kopfhörer abgesetzt und gepiercte Ohren aufgesperrt: Exxar und Kiddkey kommen wirklich aus Neukölln und erklären euch Yuppies und Undercut-Boys mal das Thema Verdrängung. Ein Track wie ein Bauzaun!

 

Platz 6: Mad Maks feat. Beppo – Neukölln/New York

Der Partysong für die Kneipentour durch den Weserkiez. Mad Maks und Beppo verarschen stilsicher die Touristenhorden, welche zugedrogt alltäglich in Neuköllns Vergnügungsbetriebe einfallen. Beste Figur im Video: der asiatische Milchmann mit den heißen Tanzschritten.

 

Platz 7.: Mogwai – Hasenheide

Warum benennt eine schottische Post-Rockband einen Song nach dem Neuköllner Park? Ganz einfach, Band-Mitglied Barry Burns zog nach Neukölln, eröffnete irgendwann die Bar „Das Gift“ in der Donaustraße und ist seither das schottische Aushängeschild des Bezirks. 2011 kam dann die Instrumental-Ode für die Hasenheide im Stile von Fugazi und Sonic Youth. Ob es in irgendeiner Form von Drogenkäufen inspiriert worden ist, ist nicht überliefert.

Auf gute Musik aus dem Kiez dürft ihr euch auch bei unserer Party am kommenden Freitag freuen: Bei Tanzgewitter #nkstyle im Ke//er stehen nur Neuköllner Acts und DJs auf dem Programm. Mehr dazu in diesem Artikel.

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