von am 15. Juni 2013

Der Fotokünstler Vince van Gaffen baut eine Stadt aus vielen Städten. Wie Berlin in der Zukunft aussehen kann, zeigt der Niederländer in seiner Ausstellung “Alpha City”.

Text: Magdalena Kammler

Hinter einem kleinen Eingang in der Weichselstraße liegt der Kunstraum Art Uhr. An den Wänden läuft ein Fotostreifen entlang wie eine Bordüre. Es sind verschiedene Straßenszenen aus verschiedenen Städten, die alle miteindander visuell veknüpft sind: Berlin, Shangai, Regionen Senegals. „Was nicht verbunden ist, verbinde ich“, erklärt der Künstler Vince van Geffen. Der gebürtige Niederländer vereint in sich das, was er ausstellt. Er lebt mal in Barcelona, mal in Berlin. Seine Vision vom Berlin der Zukunft sieht er in der Internationalisierung der Städte. Die Perspektiven der Fotos sind nicht nur regional kontrastreich, er versucht auch durch Nahaufnahme und Totale Gegensätze in Bezug zu setzen.

Das Interessante ist nicht unbedingt seine Auswahl der Straßenszenen als vielmehr die Bearbeitung der gezeigten Bilderfolge. Jedes Bild wird in das nächste integriert, so dass alle Fotos zusammen wie eine einzige Straßenszene wirkt. Mit dem Titel „Alpha City“ zeigt er damit seine Vision der Zukunft. Berlin und gerade auch Neukölln ist für ihn wie eine fließende Straße aus mehreren Ländern, Kulturen und Perspektiven. Inspiriert fühlte sich der Wahlberliner dabei von der niederländischen Soziologin Saskia Sassen, die in den 1990er Jahren mit ihrer Theorie der „global city“ und der internationalen Migration für ihn die transnationale Idee zusammenfasst, die er in Neukölln erlebt und in der Zukunft noch stärker erleben möchte.

Kunstraum Art Uhr (REU – 28), Weichselstr. 52, Fr 19-24 Uhr, Sa 10-24 Uhr, So 11-19 Uhr

 

Ein Kommentar:

  • Dr. Siegfried Kammler sagt:

    Der Globalisierung bzw. Internationalisierung steht der Trend der Individualisierung entgegen. Nur ein geringer Bevölkerungsprozentsatz kann eine Pluralisierung der kulturellen u.a. Lebensumstände dauerhaft ertragen. Schlichtheit, Überschaubarkeit, Berechenbarkeit sind soziale und emotionale Grundwünsche. In der Notsituation reduziert sich alles auf wenige Grundbedürfnisse. Trotzdem: Künstlerische Ideenverarbeitung ist eine notwendige Bereicherung der Philosophie. Die Vielfalt führt zu einer Evolution der Kunst wie auch in Natur und Gesellschaft.

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