von am 16. Juni 2012

PAS-12: Mehl, Wasser, Hefe, Salz und Zucker: Mit diesen Zutaten lässt sich Brot backen. Jedoch nicht nur eines, sondern 200 verschiedene, wie die Künstlerin Iohanna Nicenboim im Agora Collective beweist.

Text: Francisco Aguilera

Die Inspiration, bei 48 Stunden Neukölln mit Brot zu arbeiten, sei durch die vielen türkischen Bäckereien entstanden, die „Paradies“ heißen, erklärt Iohanna Nicenboim. Die aus Argentinien stammende Künstlerin und Designerin interessiert sich für Entstehungsprozesse, und so entwickelte sie die Idee, den Prozess des Brotbackens zum Gegenstand einer Installation zu machen. Ein statistisches Programm berechnete 200 verschiedene Mischungen aus den Grundzutaten, die nun im Agora Collective in ihrer wissenschaftlichen Genauigkeit zu bewundern sind.

Die Produktion ist standardisiert, basierend auf dem Konzept des Eisernen Käfigs von Max Weber. Dieses beschreibt, wie die zunehmende Rationalisierung der modernen kapitalistischen westlichen Gesellschaften zum Eisernen Käfig für das Individum wird. Angewendet auf die Brote heißt das, dass man heutzutage nicht mehr so viele Unterschiede erlebt: Wir essen schöne Brote, die alle gleich aussehen. Die Installation soll uns zeigen, wie in einen rationalisierten Prozess „Fehler“ hineinproduziert werden können. Aus diesen Mischvariationen entstehen nicht nur verschiedene Geschmäcker, sondern auch unterschiedliche Farben und Formen.

Alle Brote können probiert und auch für einen Euro gekauft werden.

PAS-12 Breadlab, Agora Collective, Mittelweg 50

Experimentelles Backen

 

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