von am 13. Februar 2012

Berlinale Plakat im U-Bahnhof Karl-Marx-Straße

Fernab des Glamours auf dem roten Teppich des Berlinale Palastes am Potsdamer Platz verschlägt es bereits zum dritten Mal zwei Filme des internationalen Festivals in ein Neuköllner Kiezkino: „Berlinale goes Kiez“ im Passage Kino.

Auch wenn die Passage ausnahmsweise nicht die ganz großen Hollywood Stars bekommen hat, kann man doch den deutschen Schauspieler Jürgen Vogel und seinen Freund und Produzentenkollegen Matthias Glasner am heutigen Montag live erleben. Ihr Film „Gnade“, mit Chancen auf einen Bären, wird ab Donnerstag im regulären Wettbewerb gezeigt.

Filmstill

Paziraie Sadeh, Taraneh Alidoosti, Mani Haghighi, © Abbas Kosari

Die beiden Herren präsentieren um 18.30 Uhr als diesjährige Kinopaten der Passage den iranischen Film „Paziraie Sadeh“ aus der Sektion Forum. Wer des Farsi nicht mächtig ist, muss den englischen Untertiteln einiges an Aufmerksamkeit im casino spielen schenken, denn die flotten Wortgefechte zwischen den Hauptdarstellern Taraneh Alidoosti und Mani Haghighi prasseln von Beginn an geradezu auf den Zuschauer ein. Ein Mann und ein Frau verteilen in einer iranischen Bergregion säckeweise Geld an die arme Bevölkerung. Die Wohltäter steigern ihre Bedingungen, die an das Geld geknüpft sind, im Laufe des Roadtrips in nahezu unmenschliche Forderungen. Mit einem Witz, der nicht nur den Darstellern bald schon im Halse stecken bleibt, zeigt uns Regisseur Mani Haghighi einen bitterbösen Film in einer kargschönen Landschaft.

Filmstill

Dictado, Bárbara Lennie, Juan Diego Botto

Als zweites und letztes Berlinale-Screening stellen Vogel und Glasner um 21.30 Uhr einen Film aus dem Wettbewerb vor. In dem Psychothriller „Dictado“ entführt uns der Regisseur Antonio Chavarrias in ein tragisches Märchen über eine spanische Familie. Nach einer unerwarteten Begegnung der Sandkastenfreunde Daniel (Juan Diego Botto) und Mario (Marc Rodriguez) schneidet sich Mario erfolgreich seine Pulsadern auf. Daniel und seine Frau Laura (Barbara Lennie) nehmen daraufhin Marios kleine Tochter Julia (Magica Perez) in ihre kinderlose Familie auf. Von nun an versucht uns Chavarrias durch surreale Traumsequenzen, dunkeldüstere Settings und beklemmende Musik mehr und mehr in eine Atmosphäre á la Hitchcock oder Polonanski zu ziehen. Was ihm meiner Meinung nach aber nicht so recht zu gelingen vermag. Darüber sollte Ihr Euch am besten selbst ein Bild machen und uns Eure Kommentare schreiben.

Die begehrten Berlinale Tickets gibt es jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn zum Preis von 8,- Euro an der Abendkasse. Schüler, Studenten, Behinderte, Arbeitslose, Hartz-IV-Empfänger, Inhaber des Berlinpasses und Teilnehmer am Bundesfreiwilligendienst sollen laut der Webseite der Berlinale 50% Ermäßigung erhalten.

Weitere Informationen:
www.yorck.de
www.berlinale.de

 

Ein Kommentar:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.