von am 17. Juni 2011

Das Festival „48 Stunden Neukölln“ geht in die 13. Runde und beschäftigt sich mit dem Problemfeld, was es heißt, auf einmal als „place to be“ zu gelten.

Pracht und Prunk im Überfluss. Neukölln lädt ein, zu entdecken, was es als Luxus alles so zu offerieren hat: Kunst und Kultur in geradezu verschwenderischem Ausmaß. „Luxus“ ist dementsprechend auch das Thema des diejährigen Festivals „48 Stunden Neukölln„, doch geht hierber natürlich um mehr als kulturellen Reichtum. Die grauenvoll-grausamen Kampfbegriffe „Trendbezirk“, „Szenekiez“ und „place to be“ werden bereits ungefragt und ungewollt über Neukölln gespannt, auf die Straßen getragen und so wird langsam und doch unaufhaltsam das Tor zu noch ganz anderen Begrifflichkeiten aufgestoßen, denen sich Neukölln noch weit entfernt wähnt: Luxus, Reichtum, Dekadenz.

Die Macher des Festivals jedenfalls haben ihre eigene Interpretation von „Luxus Neukölln“: „Jeder, der will, hat Arbeit – und kann davon leben. Auf EINEM Arbeitsmarkt.“

Hier nun also eine exquisite Kollektion aus drei Tage Leben im Überfluss:

 

Passage

Ort: Passage behindertengerecht Fr 19:00 — So 19:00 Die Passage ist das Herz des Festivals. Hier wird ein breites Spektrum an Veranstaltungen geboten: Performances, Ausstellungen, Musik und Führungen. Absoluter Hingucker: Die Installation RINGdeLUXE von plastique fantastique: Sie umfängt die Taille der Passage und umschmeichelt die Fassade. Zusätzlich beherbergt die Passage einen unserer Infopunkte als zentrale Anlaufstelle für alle FestivalbesucherInnen und ist zusätzlich Abfahrts- und Ankunftspunkt unseres beliebten Limousinen- und Rikscha-Shuttles.
Skoda-Limousinen bringen Festivalbesucher von der Neuen Nationalgalerie – und zurück (Sa 14-21 Uhr). Beim Rikschashuttle können Sie kostenfrei die Karl-Marx-Straße aus einer anderen Perspektive neu erleben! (Sa 14-22 Uhr)

 

Alte Kindl-Brauerei

Ort: Alte Kindl-Brauerei – Galeriehalle eingeschränkt behindertengerechtFr 19:00 — So 19:00Die Alte Kindl-Brauerei ist ein zentraler und besonders aktiver Spielort im Festival. In unterschiedlichsten historischen Räumen (vom Keller bis zum Turm) werden eine Vielzahl von Ausstellungen und Aktionen präsentiert. Hier ist 48 Stunden etwas los! Dabei wird auch die besondere Akustik und einzigartige Gestaltung der Räumlichkeiten genutzt, um intensive Kunsterlebnisse zu befördern. Die Kindl-Brauerei ist auch Austragungsort der Festival-Eröffnung (Fr 19 Uhr) und der feierlichen Preisverleihung (So 17 Uhr).

 

Gefängnis Neukölln

Ort: Gefängnis Neukölln, Fr 19:00 — 23:00, Sa 14:00 — 23:00, So 14:00 — 19:00
Das ehemalige Gefängnis Neukölln im Hof des Amtsgerichts ist als Newcomer im Festivals einer der Geheimtipps. War es im Volksmund als Café Schönstedt bekannt, ist es seit mehr als 20 Jahren geschlossen. Wir erwecken es aus seinem Dornröschenschlaf.
Präsentiert wird Kunst in einer außergewöhnlichen Atmosphäre. 40 KünstlerInnen reagieren in ihren Arbeiten auf die Bezüge zum Ort, seiner Geschichte und seiner speziellen Gestaltung.
Ein Projekt vom Institut für Raumforschung.
Mit freundlicher Unterstützung durch die
[Aktion! Karl-Marx-Straße]

 

ÜBERFLUSS – Denkmal für den unbekannten Flaschensammler

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ÜBERFLUSS – Denkmal für den unbekannten Flaschensammler © Susanne Manthey

Ort: Brunnen im Wildenbruchpark behindertengerecht Fr 19:00 — So 19:00 Der stille Brunnen und das temporäre Denkmal fragen: Was bedeutet reich und arm für jeden von uns? Und wie veränderlich ist möglicherweise die Antwort?

 

48 STUNDEN Körner-Kunst-Kasino

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SchneckenRoulette © Jarek
Fr 19:00 — So 19:00 Luxus = Überfluss; Überfluss in Neukölln = Casinos; Wo wir sind kann auch kein Casino sein! Wir machen auf die Misere der überflüssigen und ständig zunehmenden Spielhöllen aufmerksam. Unsere Galerie wird zum Kunst- und PerformanceKasino und unsere BesucherInnen zu Mitwirkenden der Persiflage auf die Spielhöllen im Körnerkiez. Highlights werden sein: Roulette mit „Catpott“, Russisch Roulette (mit Spielzeugwaffe), Der menschliche „Einarmige Bandit“, Strippen ziehen à la Rummel, Schneckenrennen. Zusätzlich zu sehen: eine Fotoausstellung und der Versuch einer filmischen Reportage. Es erwartet Sie ein LAS VEGAS für Arme! Es kann auch geheiratet werden…Internet: http://www.schwarzekatzeweisserkater.de

 

Luxusklebung Neukölln

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Straßenklebung © Daniel Wenk 

Ort: Galerie R31 – Hof eingeschränkt behindertengerecht Fr 19:00 — 22:00, Sa 15:00 — 22:00, So 15:00 — 19:00 Der Künstler Daniel Wenk wird Teile des regelmäßig-geometrischen Pflasters vor der Galerie R31, die Hofeinfahrt und die erratischen Risse im Innenhof durch größere Mengen transparenten Klebebands verbinden – eine ebenso temporäre wie absurd-ungeeignete „Reparatur“. Nach 48 Stunden werden die Einfahrt und der Hof wieder für Fahrzeuge geöffnet, so dass die Arbeit in kürzester Zeit verschwindet.
Mit der Entwicklung eines Viertels verschwindet gemeinhin Klebeband, das auf Übergänge, Improvisation und Wandel verweist, aus dem sichtbaren Stadtraum. Internet: http://www.tapist.de

 

H!A!S!E!

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Schatten von H!A!S!E! © Brand e.V.

Fr 19:00 — 22:00, Sa 12:00 — 22:00, So 12:00 — 19:00 Einige Menschen haben von H!A!S!E! gehört. Andere behaupten, H!A!S!E! gesehen zu haben. Wieder andere sprechen nur vom Phänomen H!A!S!E!. Für einen kurzen Augenblick steht H!A!S!E! vor uns, blitzt auf, um kurz darauf wieder zu verschwinden. H!A!S!E! ist ein Entzugswesen.
Ist H!A!S!E! ein Bote? Ein Plan? Eine Bedeutung? Was will H!A!S!E!? Es heißt, H!A!S!E! breite sich aus, gräbt sich durch die Rollbergsiedlung, baut den H!A!S!E!-Bau. Ein Zeuge sagt: „H!A!S!E! erschien mir. Ist da, ist Realität und nicht zu greifen.“ Kein Zweifel. H!A!S!E! existiert, heißt es. BRAND widmet sich dem flüchtigen Phänomen, nimmt es ins Visier, legt sich im Rollbergviertel auf die Lauer, um Licht ins Dunkel zu bringen.

Ort: Rollbergatelier

 

Das Fest der Dinge

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Das Fest der Dinge © Sandra Wiesthal.

Ort: Karl-Marx-Platz behindertengerecht So 10:00 — 19:00 Über Sinn und Zweck, Geschichte und Identität der Dinge. Unser Team aus Kulturarbeitern, Mode-, Schmuck- und Möbeldesignern, kreativen Handwerk- und Handarbeitsprofis, Materialkennern, Up- und Recyclingbegeisterten, ruft dazu auf, das Vergessene, Verbrauchte und unnütz Gewordene aus Kellern und Kisten zu kramen. Eine Dingstation nimmt Schätze entgegen und stellt sie anderen kostenfrei zur Verfügung. Vielleicht bekommen sie sogar gleich vor Ort neues Leben, denn der Karl-Marx-Platz wird zum Schauplatz diverser Workshops. Auch Geschichten des Richardkiezes suchen nach neuen Wegen und Besitzern. Von ihnen gespendete Dinge, mit Erinnerungen und Familienfoto ausgestattet, stehen an der Dingstation zur Wahl.

Blog: DasFestDerDinge.blogspot.com Internet: http://dasfestderdinge.blogspot.com/

 

Kleingartenanlage Hand in Hand (die vielleicht letzte Gelegenheit bevor der „Campus Rütli kommt)

Ort: Kleingartenanlage Hand in Hand eingeschränkt behindertengerecht Sa 14:00 — 20:00, So 12:00 — 18:00 In der Kleingartenkolonie wird eine bunte Mischung an Kunstaktionen präsentiert, die sich dem diesmaligen Themenschwerpunkt „Luxus Neukölln“ widmet. Die Nähe zur Natur regt spannende Auseinandersetzungen rund um das Thema Luxus an. Gezeigt werden u. a. Malerei, Film, Theater, Aktionen und Perfomances. Die Events finden in einzelnen Parzellen und auf dem zentralen Festplatz statt.

 

Ein paar mehr Highlights und ein detailliertes Programm auf der offiziellen Seite von 48 Stunden Neukölln.

 

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