von am 5. Oktober 2011

Emmanuelle Collinet, Schauspielerin und Synchronsprecherin, hat ihr Glück in einem denkmalgeschützten Hof gefunden. Ein Beitrag unserer Reihe Kiezköpfe.

Wie lange leben Sie schon in Neukölln?
5 Jahre, seitdem ich in Berlin angekommen bin.

Warum sind Sie nach Neukölln gekommen?
Mein Mann ist damals von Australien nach Deutschland gekommen und wir haben von meiner Mutter gehört, dass ein befreundeter Künstler sein Atelier abgeben möchte. Der Ort, ein wunderschöner Hof, war genau richtig für uns, um kreativ wohnen zu können. Es war Schicksal.

Ist das Ihr Lieblingsort in Neukölln oder gibt es noch einen anderen?
Ich finde die Schillerpromade sehr schön, so ein bisschen wie Kollwitzplatz ohne die Spießigkeit. Natürlich mag ich es dort, wo wir wohnen, in Alt-Rixdorf, was ja wirklich der älteste Teil Neuköllns ist. Man merkt, man riecht und spürt hier das alles Geschichte hat, wie auch unser Hof. Ich könnte es mir nicht schöner vorstellen: direkt an der U-Bahn zu wohnen und trotzdem so weit weg von allem. Eigentlich ohne Nachbarn, aber mit einen Apfel- und einen Kirschbaum im Garten, in einem kleinen Häuschen: Der schönste Ort in ganz Berlin.

Was stört Sie an Neukölln und was würden Sie verändern, wenn Sie könnten?
Was mich wirklich stört und das ist in Neukölln auch noch krasser als in anderen Stadtteilen: die Hundescheisse – die Haufen sind teilweise wie Landmienen. Einmal bin ich, wie früher im Schulhof à la „Himmel und Hölle“ auf der Richardstrasse um diese rießen Haufen herumgehüpft, um nicht reinzutreten. Ich würde mir wünschen, dass die Hundebesitzer die Scheisse ihres Hundes in mitgebrachte Plastiktüten einsammeln und wegschmeissen. Kleine Mülltonen dafür wären gut!

Welche Sprachen sprechen Sie?
Deutsch und Französisch als Muttersprachen, dazu Englisch, Niederländisch und Spanisch.

Was ist ihr Lieblingsgericht?
Pasta. Morgens, mittags und abends.

Angenommen Sie hätten einen Wunsch frei…
Ich würde mir wünschen, dass unser Hof zum Kauf stünde, ich zu unserem Häuschen noch zwei Räume mehr hätte und dann im restlichen Hof Freunde leben würden, so eine Art erweiterte Familie. Es ist ein Künstlerhof und diesen Spirit würde ich gerne in alle Zukunft erhalten, denn es lebt sich wirklich einzigartig!

Was wünschen Sie Ihren Nachbarn?
Meinen Nachbarn wünsche ich, genausoviel Ruhe wie mir selbst in unserer kleinen Oase mitten in Neukölln auf der Karl-Marx-Strasse, wo das Leben tobt und es immer laut ist.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Der Mann von Emmanuelle Collinet, Künstler Joseph Marr, scheint das Großstadtidyll genauso zu lieben und hat ihrem Hof ein Werk gewidmet:

Joseph Marr, Now, then” Series, 2010

(Ein Baum der Oase“, 12 Monate einmal im Monat je 7min lang gefilmt)

 

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