von am 7. September 2011

„Kiezkopf“ A. B. Czaja betreibt einen Trödelladen der besonderen Art: Man betritt durch seine Tür eine fein ausgewählte Welt aus einer anderen Zeit.

Wie lange leben Sie schon in Neukölln?
Seit circa acht Jahren. Vorher habe ich in Kreuzberg gewohnt, am Anhalter Bahnhof – Mitte ist das mittlerweile.

Warum sind Sie nach Neukölln gekommen?
Vor etwa acht Jahren als fast 50-Jähriger war ich für das Arbeitsamt nicht mehr vermittelbar. Ich habe schon als Student viel getrödelt, Flohmarkt gemacht und da dachte ich, machste auf deine alten Tage einen Trödelladen auf – deswegen auch Neukölln, weil es hier viele Trödler gibt und die Mieten günstig waren. Den Laden habe ich durch den Tipp eines Freundes gefunden, der mir sagte: „Kuck da mal vorbei, das wird frei. Der Vermieter ist auch nett.“

Woher kommt der Name ihres Trödelladens: Bonifazius?
Eigentlich war das eine Schnapsidee meines Vaters: Ich heiße mit zweitem Namen Bonifazius und bin an einem 14. Mai auf die Welt gekommen und am 14. Mai ist auch der Eisheilige Bonifazius geboren. Zuerst hieß der Laden ja anders (accessoires & ambiente), aber seit ich das hier mit dem Kaffee mache und dem Kuchen… was ja nicht so ganz funktioniert, aber… Sie können ja auch mal einen Kuchen backen… ich verkaufe den immer, wenn mir einer einen backt.  (Ein Stammkunde kommt vorbei: „Hallo Pierre! Kaffee?“ „Ja, Kaffee. Cappuccino!“ „Ja, mach ich dir, sofort!“)

Woher kommt die Ware für ihren Laden?
Flohmarkt, Privatankäufe, Auktionshäuser und andere Trödler. Ich suche die Sachen schon selbst aus.

Was ist Ihr Lieblingsort in Neukölln?
Mein Laden natürlich! (lacht mit strahlenden Augen)

Was vermissen Sie an Neukölln?
Die Frage habe ich mir noch nicht gestellt.

Was würden Sie verändern, wenn Sie könnten?
Es ist zu laut geworden. Eine verkehrsberuhigte Straße wäre gut hier, früher war die Bürknerstraße ruhiger.

Welche Sprachen sprechen Sie?
Fünf bis Sechs. Polnisch meine Muttersprache, Deutsch, Englisch, Spanisch, dazu Französisch und ein bißchen Türkisch.

Wohnen Sie hier im Haus? Was wünschen Sie Ihren Nachbarn?
Ja, ich wohne hier. Meinen Nachbarn wünsche ich viel Erfolg.

Angenommen Sie hätten einen Wunsch frei…
hm, keine Ahnung.

…wunschlos glücklich?

Das vielleicht nicht, aber dazu habe ich mir noch keine Gedanken zu gemacht.

Vielen Dank!


BONIFAZIUZ
Bürknerstraße 26
Mo-Fr 13-20 Uhr, Sa 12-17 Uhr

 

Ein Kommentar:

  • Hans-Otto Böckheler sagt:

    Lieber Bonifazius,
    vielleicht erinnerst Du Dich noch an mich. Ich hatte vor über einem Jahr einen super Ledersessel f. Psychiatrie gekauft und alle sind gesund.
    Jetzt suche ich einen schönen runden ausziehbaren Tisch und ein wunderbares schön aussehendes Bett (140/200) und dann auch noch Stühle und Schränke für ein Haus in einem mecklenburgischen Dorf, in dem ich mich entspannen werde.
    Gibt es da Hoffnung ??? Kann ich Dich tel. erreichen ?? Für Twitter und Facebook bin ich zu alt.
    Liebe Grüße
    Hans-Otto

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