von am 8. August 2016

Yallah, Yallah_Titel_klein

Flüchtlinge, Rassismus, Zukunftsträume – in der Schülerzeitung „Yallah, Yallah” werden große Themen in den Blick genommen. Doch starten wir erst mal mit dem Naheliegenden: Zuhause in Neukölln.

Wie entsteht Fremdenfeindlichkeit? Wie fühlt es sich an, als Flüchtling alles zurücklassen zu müssen und ein neues Leben in der Ferne zu beginnen? Was ist bei den Anschlägen in Paris 2015 passiert? Die großen Themen in den Nachrichten haben auch die SchülerInnen der Hermann-Sander- und der Karl-Weise-Schule im vergangenen Schulhalbjahr beschäftigt. In Schreib-AGs verarbeiteten sie das, was sie nur aus dem Fernsehen oder der Zeitung kannten, in kleinen Texten, in Bildern und in Collagen.

Sie dachten über Neukölln nach, aber auch über ihre eigene Zukunft und verpackten dies in Geschichten, die von Aliens, Falafelständen und einer Pilgerreise nach Mekka handeln. Als die schweren Themen bearbeitet waren, tauchten die SchülerInnen in die Welt der Fantasie ein und trafen dort auf Löwen und Affen, Prinzessinnen, die ein Chamäleon besitzen und böse Stiefmütter. Und natürlich kam auch die Liebe nicht zu kurz! Im Laufe eines Schulhalbjahres ist in den AGs ein dicker Papierstapel voller fantasievoller Bilder und Geschichten entstanden, der mit Hilfe der Schillerwerkstatt zu einer Schülerzeitung werden konnte.

SchülerInnen der Hermann-Sander-Schule: Damna, 13 Jahre • Emine, 13 Jahre • Fatima, 12 Jahre • Jihad, 12 Jahre • Mahmoud, 11 Jahre • Saleh, 12 Jahre • Sumaiya, 12 Jahre • Vanessa, 12 Jahre
Schülerinnen der Karl-Weise-Schule: Mariam, 11 Jahre • Nuray, 11 Jahre • Schahd, 11 Jahre • Tuana, 10 Jahre

Praktikantin der Schillerwerkstatt: Dilsa, 17 Jahre
Begleitung: Patrycja Spychalski und Karolin Korthase
Herausgeber: Schillerwerkstatt — die Medienwerkstatt im Schillerkiez
Ein Kooperationsprojekt von AG Kiezdokumentation, neukoellner.net und Actionbound

Wir veröffentlichen einige Beiträge. Hier gibt es „Yallah, Yallah” zum Nachlesen.

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#1: Zuhause in Neukölln

Neukölln kann ganz schön „assi“ sein, aber auch schön… zum Beispiel auf dem Tempelhofer Feld, in den Neukölln Arcaden oder im Netto.

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— Emine
Mein Lieblingsplatz in Neukölln ist Neuköllner Arcaden, weil da viel zu kaufen ist und Burger King. Da kann man alles finden, was man braucht. Und Hasenheide. Das ist ein Park, wo ganz viele Leute spazieren gehen oder joggen oder spielen oder picknicken. In der Hasenheide gibt es einen Spielplatz, den ich gerne mag und wo ich immer war, als ich noch klein war.

 — Vanessa
Ich öffne die Tür, gehe die Treppen runter und gehe raus. Meistens mit Duha, weil sie unter mir wohnt. Dann gehen wir zu Netto. Also Netto ist sehr nah an uns, wir müssen einfach links abbiegen, dann auf die Ampel warten, dann rechts abbiegen, dann ist Netto vor mir. Ja, dann kaufen wir uns was, z.B. Chips, Eistee oder Eis. Dann kommen manchmal die Jungs aus unserer Klasse auf den Hof und dann spielen wir und reden. Ich fühle mich wohl in Neukölln, weil es nicht so leise ist, wie z.B. im Altersheim. Es ist eine sehr große City. Überall gibt es Läden, wie z.B. Dönerladen, Bäckerei usw. Meine Lieblingsplätze in Neukölln sind Tempelhof und Neuköllner Arcaden.

 — Fatima
Ich gehe oft und gerne zum Tempelhof in der Oderstraße. Dort gehe ich meistens mit meiner Familie hin und meinen Freunden. Wir picknicken oft und grillen. Ich gehe immer, wirklich immer wenn wir da sind Inliner fahren oder Skate Board, aber ich kann nicht wirklich gut Skate Board fahren. Ich gehe auch gerne zu Kinderwelt am Feld, das ist direkt neben dem Tempelhof. Es macht so viel Spaß dort. Die Erzieher sind so nett und es macht wirklich viel Spaß mit ihnen zu spielen und so was. Dort gibt es sehr viele Sachen, die man machen kann. Dann gibt es noch das Hermann Quartier, also ich gehe da nicht wirklich oft hin, aber trotzdem ist es dort eigentlich ganz schön. Also, das Beste ist der Eisladen. Am besten schmeckt Tropical.

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— Jihad
Ich fühle mich in Neukölln schlecht weil es hier viele Pädophile gibt. Ich wurde schon verfolgt. Ich und meine Freunde sind raus gegangen, wir wollten zum Fußball im Outreach. Outreach ist ein Jugendzentrum in der Oderstaße. Doch dann geschah es. Ein Mann, der schwarz gekleidet war, war vor uns und wir waren alleine. Der Mann ging zu einer düsteren Ecke und wir sind weiter gelaufen. Der Mann wollte uns einladen und er hat verstörende Wörter gesagt. Der Mann ist uns zu nahe gekommen und dann sind wir abgehauen.

— Saleh
Ich mag die Art in Neukölln, auch wenn sie assi ist. Weil, es macht meistens Spaß. Es ist anders, als in anderen Bezirke. Man kann sagen, dass Neukölln einzigartig ist. In Neukölln gibt es schöne Aktivitäten, z.B. Eisstadion, Fußballfelder und vieles mehr.

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