von am 30. Dezember 2011

Zugegeben – Neukölln ist „nur“ die Wahlheimat der neukoellner.net-Redaktionsmitglieder und so sind wir über die Feiertage in alle Teile der Republik ausgeschwärmt. Ausnahmsweise berichten wir, was sich anderswo gerade so tut.

Liebes Neukölln,

Ein wenig vermisse ich schon deine hundehaufengesäumten Straßen, den Duft der Dönerbuden und die rund um die Uhr geöffneten Spätkaufs. Dafür genieße ich die frische Luft, das Alpenpanorama, leckere Brezen und nachts den Blick auf die Milchstraße. Der neuste Hit im Dörflein Holzkram: Unschuldie Rehe werden mit Maishäuflein aus dem Wald heraus gelockt und von mobilen Jägerständen aus geschossen. In diesem Sinne, Waidmannsheil aus Bayern!

Regina

 

Liebes Neukölln,

ich hoffe, du stehst noch und wurdest nicht inzwischen von deinen Kindern, die Silvester kaum noch erwarten können, mit einer Tonne Polenböllern in die Luft gesprengt. Wo ich im Moment bin, kommt zwar niemand auf solche Ideen, aber auch in Dehrenberg ist die Luft zurzeit ziemlich verqualmt. Zwischen Weihnachten und Silvester werden hier Neujahrskuchen gebacken – runde, harte Mürbeteig-Kekse mit Anisgeschmack. Eine kleine Teigkugel wird dazu zwischen die beiden Teller einer Neujahrskuchenzange, die sogenannten „Eisen“, geklemmt, zusammengedrückt und im offenen Feuer gebacken. Ich freue mich aber auch schon wieder wahnsinnig auf Börek und Gözleme, das kann ich dir sagen. Bis bald und viele Grüße aus dem Weserbergland! Felix

 

Liebes Neukölln,

gerade hab ich ganz doll an Dich gedacht: Hier in Franken ist alles weihnachtlich fein poliert und glänzt vor sich hin. Nur der Dorf-Michl baut wunderbar bizarre Müllskulpturen vor und an seinem Haus, wie man sie sonst nur in deinen Straßen und Hauseingängen findet. Anbei schicke ich dir ein Bild davon und freue mich schon darauf bald wieder, Deine Freiluftkunstwerke zu entdecken. Viele Grüße aus Geiselwind. Deine Katrin

 

Liebes Neukölln,

hier auf dem Heuberg in Langenberg ist der Kühlschrank leer. Wenn ich in deinem Bauch weile, wähle ich aus der scheinbar unendlichen Auswahl an Lieferservicen – Asiatisch, Italienisch, Thailändisch, Indisch, Türkisch und so weiter – aus allen Ländern der Welt kann man die Küche rund um die Uhr bestellen und meistens kommt es auch an – mindestens Lauwarm. Doch heute, heute hab ich mir nen fränkischen Sauerbraten nach Hause bestellt, mit selbsgestampften Klößen, Blaukraut und einer hausgemachten Soße. Dampfend heiß, fett und lecker. Das Marktplatzgasthaus „Zum althistorischen Stern“ hat einen Lieferservice, der das Essen direkt aus der Wirtshausküche in die umliegenden Dörfer liefert. Ich konnte den Wirt nicht überzeugen, auch dir, liebes Neukölln, eine Portion zukommen zu lassen, aber vielleicht bring ich dir was mit, wenn ich wieder komm (Bestimmt sogar, für meinen Kühlschrank dort!) Bis bald. Dein Fabian

 


Liebes Neukölln,

Weihnachten kurz nach München ist gans okay. Wollen auch gar nicht erst vom Essen erzählen, wir füllen die Gans mit Leuchtmasse, anstatt sie zu essen. Das ist aber ne andere Geschichte und hat hier auch nüschts zu suchen. Wir machen uns lieber wieder schnell aufn Weg, weil ohne Schnee ist das erweiterte Alpenvorland zum Gänsemelken. Oder so ähnlich. Wie auch immer, wir können es kaum erwarten vorm Waffenladen in der Karl-Marx Schlange zu stehen und uns dann in der Hasenheide ne eigene Gans zu schießen sprengen.  Bis gleich, dann knallts, deine Sabrina und dein Dominik

 

 

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