von am 11. November 2015

neukoelln_disst_zurueck_bildEs ist wieder passiert. Sie wurde wieder geschwungen: die Neukölln-Keule. Das Totschlagargument der bosbachschen Talkrunden-Romantik, der verbale Schlagstock des Kleinstadt-Pegidisten, der viel gesagte und noch häufiger zitierte „Neukölln-Vergleich“: „Wenn wir nicht aufpassen, dann wird’s bei uns am Ende noch so wie in Neukölln.“

Wir haben das eine lange Zeit mitgemacht. Um ehrlich zu sein, fanden wir es diese lange Zeit auch teilweise witzig und amüsant. Es hat ja auch etwas Identitätsstiftendes – der Badass unter den deutschen Stadtteilen zu sein. Wir sind das Experiment, oft zitiert und nie kopiert. Wir sind die drohende Gefahr. Abschreckung und Inspiration genug, um bundesweit Integrationsbeamte einzustellen und Sozialarbeitern Jobs zu verschaffen. Wir sind der Schrecken, der die mediale Berichterstattung durchflattert – wir sind Neukölln.

Doch irgendwann muss man ja auch mal antworten. Mal zurückpfeffern, ’ne klare Kante zeigen, etwas erwidern, Rede und Antwort stehen, eine ehrliche Ansprache halten. Jetzt kommen wir, ihr Nörgler. Wir sind grantiger als Sigmar Gabriel und haben die reaktive Geschwindigkeit eines Shitstorms zu Tiermisshandlungen.

Und hier kommt er, der „Ich-gehe-montags-mal-ganz-gerne-spazieren-Dresdner“. Er steht sich, so wie viele tausend andere, an einem Montagabend auf dem Dresdner Theaterplatz die Beine in den Bauch und ist ganz ängstlich vor Angst (ab Min 00:50):

Ein Jahr #Pegida: Bei der Demonstration zum Jahrestag kippte die Stimmung in #Dresden mehrfach. SPIEGEL ONLINE-Reporter berichten aus der sächsischen Hauptstadt.

Posted by SPIEGEL ONLINE on Tuesday, October 20, 2015

 

„Ich habe Angst, dass meine Enkel mal an die Schule kommen, und die haben das selbe Problem wie zum Beispiel in Neukölln, Berlin, Kreuzberg, oder anderen Stadtteilen.“ Reporterin: „Was genau heißt denn Islamisierung?“ – „Dass wir im Endeffekt als Christen nicht mehr das Abendland beherrschen und dass wir von anderen Leuten übertüncht werden und dass wir nichts mehr zu sagen haben.“

Wir glauben, er hat absolut recht, Neukölln ist nicht mehr das, was es einmal war. Und das liegt vor allem an einer ganz bestimmten Bevölkerungsgruppe …

Videodreh: Emmanuele Contini / Simon Höhne, Videobearbeitung: Simon Höhne, Sprecher/Autor: Torben Lehning, Musik: Alexander Riedel

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3 Kommentare:

  • nullkommentar sagt:

    wer es nötig hat, neukölln zu dissen, hat keine ahnung. sollen solche leute mal in die schweiz gehen, um dort als ‚deutsche‘ ausländer zu leben. und dann gerne nach neukölln zu gehen. oder irgendwohin. ist doch egal.

  • Jürgen Bilstein sagt:

    Schönes Video 😉
    Ich konnte nicht an mich halten und habe es auf G+ gleich mal den besorgten Bürgern präsentiert 🙂

  • R. Küpper sagt:

    Danke für die zurückhaltende, freundliche und gerade (für Anglophilisten: „straighte“) Art der Präsentation eines verbreiteten Übels.
    Das hat mir sehr gut gefallen. Mehr davon.
    (Und, ich kann gut mit der Anregung umgehen, Kritik mit Kreativität zu verbinden. Das könnte ein Weg sein, Dummbeuteln den Weg zum Nachdenken und Begreifen zu öffnen.)

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