von am 22. August 2012

Die Gropiusstadt wird fünfzig. Das negative Image soll verbessert werden, dafür braucht es Leute, die sich das auch anschauen. Ein Überblick über die Festlichkeiten.

Vor nicht ganz fünfzig Jahren legte der damalige Bürgermeister von Berlin Willy Brandt den Grundstein für die ersten Häuser der Gropiusstadt. Das war am 7. November 1962, aber da Partys im Winter nicht so ganz komfortabel sind, hat man sich entschieden, den Geburtstag nun schon im August zu feiern.

Die Gropiusstadt. Dass Christiane F. da herkommt, ist bekannt. Hohe Häuser, das auch. Dass diese stadtplanerisch bemerkenswerte Siedlung aber mehr ist als nur ein geiles Ghetto, davon soll Berlin nun bei zahlreichen Gelegenheiten überzeugt werden.

Empfehlenswert ist sicherlich hierbei die Sky-Lounge, eine kleine Cocktailbar im Gemeinschaftsraum des Hauses in der Fritz-Erler-Allee 120 – im 30. Stock. Es gibt eine brutalst gute Sicht auf die Stadt, das Land und natürlich die anderen Hochhäuser. Immerhin schaut man aus dem höchsten Wohnhaus der gesamten Stadt. Fast obligatorisch bei solchen Gelegenheiten stellen hier Php Aide auch Künstler aus. Vernünftigerweise nur welche aus der Gropiusstadt. Geöffnet ist bis zum 4. September Mo – Do 18-23 Uhr, Fr Sa 19- 01 Uhr und So von 13 – 20 Uhr.

Doch die Gropiusstadt zeichnet sich nicht nur durch die gute Aussicht aus. Es sei ein sehr besonderes Zusammenleben, heißt es immer wieder. Viele Familien ziehen, trotz des etwas ramponierten Rufes, gerne in das Viertel. Man grüßt sich hier untereinander, auch wenn man sich nicht kennt. Die Bewohner sollen sich sehr darüber freuen, dass ihr Viertel nun ein wenig ins Rampenlicht rückt. Ob das wirklich stimmt, davon kann man sich überzeugen, wenn man sie auf einer Veranstaltung trifft. Vielleicht.

Jeden Mittwoch, also auch heute, gibt es auf dem Lipschitzplatz ein fröhliches Rambazamba mit Open-Air-Bühne, das sich Blauer Mittwoch nennt. Gezappelt werden kann zu unterschiedlichsten Klängen, immer von 18 – 21 Uhr. Am nächsten Mittwoch gibt es dann Russian Speedfolk und Balkanbeats.

Gleich daneben haben die Bewohner der Gropiusstadt mit Hilfe der TU Berlin ihren ehemaligen Edeka-Markt gekapert. In selbigem wird nun ausgestellt: Ideen für eine soziale und klimagerechte Gropiusstadt. Es gibt Workshops und Diskussionen und nennt sich Akademie einer neuen Gropiusstadt. Betont wird hierbei aber, dass man sich unter „Akademie“ keine Universität oder ähnliche Strukturen vorstellen darf. Es ist schon für echte Menschen gedacht. Bis zum 25.August.

Zentraler Tag der Feierlichkeiten ist der 25. August, also am kommenden Samstag. Hier passiert alles. Es gibt eine fette Stuntshow an der Hochhausfassade, Politiker kommen zum fotografiert werden, es gibt experimentelle Landschaften zu bestaunen, eine 400m lange Kaffeetafel und wenn das alles nicht schon preisverdächtig wäre, rufen die Veranstalter: „Ich muss bekloppt sein!“ und legen noch einen dicken Fisch in den Früchtekorb. Um 21:30 treten die Cheerleader von Alba Berlin auf. Und für Kinder gibt's die obligatorische Hüpfburg, Torwandschießen und einen Zauberer.

Die Feierlichkeiten sind damit aber nicht vorbei. Bis in den Dezember hinein finden regelmäßig Ausstellungen statt und – wie es so schön heißt – urbane Interventionen. Im Programm kann man das ganze digital nachlesen.

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