von am 12. Februar 2018

Franziska Giffey und Sandra Maischberger im Albrecht-Dürer-Gymnasium Neukölln. Foto: Emmanuele Contini

 

Am Freitag haben Schüler des  Neuköllner Albrecht-Dürer-Gymnasiums die Ergebnisse ihres Medienprojektes zur Zukunft der Schule vorgestellt. Prominente Gäste wie Franziska Giffey und Sandra Maischberger haben sich die Zukunftsszenarien angesehen.

Text: Ruth Wolter

Unter dem Dach des ADO, einem der wenigen Gymnasien Neuköllns, bebt die Etage an diesem Freitagnachmittag unter all den Besuchern und Besucherinnen. Zwei Klassen der 8. und 9. Stufe haben hier in den vergangenen zwölf Wochen ein Medienprojekt zum Thema Zukunft der Schule entwickelt und brennen darauf, ihre Ergebnisse zu präsentieren. In drei Gruppen eingeteilt, drängen die Besucher in die Präsentationsräume, um sich die Arbeitsergebnisse anzusehen und -hören: Dazu gehört ein fiktives Hörspiel, eine Internetpräsentation mit Blogbeiträgen, Videos, Apps und Brillen, mit denen man in die Virtual Reality eintauchen kann. Der 14-jährige Jules sitzt an einem Computer und erklärt, was seine „Content“-Gruppe geleistet hat. „Drei Schülerinnen sprechen als Muttersprache Arabisch und haben ihre Dialekte miteinander verglichen“. Er öffnet eine Tonspur, die auf den Blogseiten des Projektes veröffentlicht wurde. Die drei Mädchen erklären darin, inwiefern Tunesier Ägypter verstehen und dass Araber ohnehin immer schreien und gestikulieren, um sich zu verständigen. „Oder ich zum Beispiel“, führt Jules fort, „habe einen Text über Hologramme geschrieben. Ich habe recherchiert und dann den Text geschrieben und hochgeladen.“

 

Schüler des Albrecht-Dürer-Gymnasiums während der Präsentation. Foto: Emmanuele Contini

 

Kritischer Umgang mit Medien 

Themen finden, Medien wählen, recherchieren, veröffentlichen, Urheberrechte beachten. Dies und mehr haben die Schüler gelernt bei dem Projekt, in dem Dozentinnen des Vereins Vincentino, der von Sandra Maischberger gegründet wurde, für eine Doppelstunde pro Woche an die Schule kamen, um die Schüler und Schülerinnen zu coachen. Finanziert wurde das Projekt von der TUI-Stiftung. Sie haben auch gelernt, wie man kritisch mit Medien umgeht, was Fake-News sind und welche Gefahren hinter der falschen Mediennutzung lauern. „Der gläserne Mensch – findest du das etwa gut?“ – fragt ein Playmobilmädchen in einem Video zum Zukunftsszenario Schule. Die Kinder werden darin nicht nur in der Schule durchgescannt, sondern auch von zu Hause aus: wenn ein Schüler krank ist, wird diese Information automatisch an die Schule gesendet. Die Schüler und Schülerinnen des ADO haben das Video selbst entwickelt und mit einer Foto-App produziert. Medienkompetenz an Schulen ist derzeit ein heiß diskutiertes Thema in der Bildungspolitik und der Handlungsbedarf ist groß. Ein Großteil der Jugendlichen kennt den Unterschied zwischen Bloggern und Journalisten, zwischen privaten und öffentlichen Medien nicht. Und auch bei Lehrenden ist die Medienkompetenz nicht immer vorhanden – von Zeit und Ausrüstung ganz zu schweigen.

Bezirksbürgermeisterin von Neuklln Dr. Franziska Giffey bei der Präsentation im Albrecht-Dürer-Gymnasium. Foto: Emmanuele Contini

 

400.000 Euro für die Ausstattung der Zukunft 

Franziska Giffey möchte die Schulen besser ausstatten und betont, dass das ADO, wie 28 weitere Neuköllner Schulen, kreidefrei ist, also in jedem Raum bereits ein Whiteboard hängt. In der abschließenden Diskussionsrunde sitzt sie an einem Schulpult neben Sandra Maischberger in der Mitte des Raumes. Die Schüler  möchten vor allem wissen: „Können Sie uns in Ihrer Talkshow erwähnen, Frau Maischberger?“, „Können Sie unsere Zukunfts-Vision umsetzen, Frau Giffey?“ Die Bezirksbürgermeisterin nutzt die Frage als Bühne für ihre eigene Lehrstunde. Demnach wurden bereits zwei Millionen Euro in diese Schule gesteckt und Neukölln habe ein überdurchschnittliches Schüler- PC –Verhältnis. So kommen auf drei Schüler je ein verfügbarer PC. Zum Abschluss überreicht sie dem Schulleiter einen Check aus Pappe. „Tschüss! 400.000 Euro!“ – die Schüler zücken ihre Handys und fangen an zu tuscheln. „Ey, alles für uns!“ Ja und als Gegenleistung verlangt sie gar nicht viel. Nur „dass ihr bitte gut mit den Investitionen umgeht und keine Bleistifte in die Deckenverkleidung steckt“.
Fazit: The Future is now.

Die Blogbeiträge der Schüler und Schülerinnen sind unter www.ado-gramm.de zu lesen, hören und sehen.

 

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