von am 5. Juni 2013

Auf einem Spaziergang durch Neukölln kann einem manch „komischer Vogel“ über den Weg laufen. Unsere Autorin Antje Sachwitz stieß dagegen auf eine Hamsterratte.

Der schlanke Mann im weißem Polohemd weiß nicht so richtig, ob er fotografiert werden möchte. Auf seiner Schulter sitzt eine afrikanische Hamsterratte, zwei kleine Kinder fragen, ob sie das Tier mal streicheln können. Er nickt ohne zu zögern. Ein Mann Ende 20 tippt seiner Freundin selbstsicher auf die Schulter: „Guck mal, ein Possum!“ Die Freundin lächelt ein wenig angestrengt. Die Hamsterratte wird derweil unruhig, der Besitzer lässt sie ohne Leine auf den Boden, die Hamsterratte läuft ein bisschen umher. „Ich möchte niemanden provozieren.“ sagt er, denn die überdurchschnittlich große Ratte ruft nicht nur Freudenschreie bei den Mitmenschen aus. „Aber eine Hamsterratte braucht sehr viel Auslauf, ich bin oft auf dem Tempelhofer Feld.“

Einzelgänger mit Kuschel-Anfall

Dann zeigt er überraschend auf  das weiße Geländer in der Sonne, er hat sich entschieden, sich doch fotografieren zu lassen. Seine Hamsterratte nimmt er wieder auf die Schultern, sie läuft von links nach rechts und wieder zurück. „Manchmal, da nervt es auch, dass mich alle immer das gleiche fragen.“ sagt er, während er versucht sich so zu drehen, dass das Tier in die Kamera guckt. Seinen Namen möchte er nicht preisgeben. Stattdessen gibt er seinem Haustier einen Kuss. Afrikanische Hamsterratten sind eigentlich Einzelgänger, „aber manchmal“ so sagt er, „da haben sie einen regelrechten Kuschel-Anfall.“ Wer die Ratte im Internet bewundern möchte, der muss einfach nur zu Youtube gehen. „Wer nach afrikanische Hamsterratte sucht, der findet meine Videos.“ sagt der Besitzer.

 

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