von am 14. August 2014

Fotos: Max BüchSchonmal darüber nachgedacht, wie viele Mülleimer entlang der Sonnenallee aufgestellt wurden? Wir auch nicht. Höchste Zeit also für eine Recherche der besonderen Art: der ultimative Sonnenallee-Faktencheck. 

Wer sich die Mühe macht, die Sonnenallee zu inventarisieren, wird schnell feststellen, welch undankbare Aufgabe er sich da auferlegt hat. Besonders im Norden, bei ihrem Beginn am Hermannplatz, kommt man bei der Fülle von Eindrücken mit dem Zählen und Aufschreiben kaum hinterher. Und trotzdem, irgendjemand muss es ja machen. Und wie sonst könnte neukoellner.net nun vermelden: „In der Sonnenallee gibt es 5 Brautmodengeschäfte!“? Eben.

Doch in Sachen Zahlen hat die Sonnenallee noch deutlich mehr zu bieten. Etwa die 6 Shisha-Bars und 2 Läden für Shisha-Bedarf. Aber auch Nichtraucher kommen hier auf ihre Kosten. Zum Beispiel in einem der 15 Casinos und Wettbüros. Mit dem dort verspielten gewonnenen Geld, könnte man dann eigentlich seinen Liebsten mal wieder eine kleine Freude machen. Wie wäre es mit Blumen aus einem der Blumenläden in der Sonnenallee? Oder was wäre mit einem neuen Haarschnitt in einem der 17 Friseursalons? Oder man gibt eine Lokalrunde in einer der 15 Kneipen, von denen immerhin 4 noch den Zusatz „Eck-“ tragen dürfen.

Schafft man es danach nicht mehr nach Hause, kann man auch in einem der 2 Hotels absteigen, oder macht zum Ausruhen Zwischenstopp in einem der 22 Cafés. Während man dann so dasitzt, kommt einem wahrscheinlich der Gedanke daran, dass Leander Haußmanns‘ Film „Sonnenallee“ knapp 2,6 Millionen Menschen sahen, jedoch keine einzige Szene auf der Sonnenallee gedreht wurde. Oder wie schön eigentlich die Fassaden der Sonnenallee 307, 308 und 309 sind, die großflächig mit Wandbildern der französischen Künstlergruppe Cité Création gestaltet wurden. Wer von soviel Nachdenken Kopfschmerzen bekommt, für den gibt es das entsprechende Mittel in einer der 7 Apotheken.

Zur anschließenden Stärkung empfiehlt sich einer der 10 Bäcker oder einer der 28 Imbisse auf der Sonnenallee. Wobei besonders die Freunde des Pressfleischs auf Spießen auf ihre Kosten kommen, gibt es auf der Straße doch immerhin 12 Döner- und Shawarma-Buden. Oder aber man versorgt sich in einem der 4 Supermärkte. Wer dort nicht fündig wird, hat außerdem die Chance international einkaufen zu gehen. Insgesamt gibt es hier 9 Afroshops, sowie türkische und arabische Lebensmittelläden, darunter 3 mit Fleischerei – natürlich halal.

Gut gestärkt geht es dann nach Hause. Aber wo genau war die Wohnung in der Sonnenallee nochmal? Sicher ist nur, dass sie entweder die Postleitzahl 12045, 12047, 12057, 12059 oder 12437 hat. Und wie am besten hinkommen? Vielleicht mit einer der Buslinien M29, M41, 104, 167, 171, 194, 246, 265, 277 und 344, die alle an einer der 15 Bushaltestellen auf der Sonnenallee halten.

Nee, doch besser zu Fuß. Und warum nicht gleich noch einen Spaziergang von Hausnummer 1 bis 416, vom Hermannplatz zur Baumschulenstraße? Soll ja fit halten. Unterwegs gibt es dann noch ein Wegbier in einem der 20 Spätis. Auch der Müll aus den Hosentaschen kann dabei noch in einem der 65 Mülleimer entsorgt werden. Und nach nur ungefähr 4,9 Kilometer und 6860 Schritten hat man es auch schon wieder geschafft.

Wozu also noch große Stories? Die Zahlen und Fakten der Sonnenallee sind doch Geschichten genug.

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