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48 STUNDEN NEUKÖLLN 
Kunst- und Kulturfestival 
48 Stunden Neukölln, Karl-Marx-Straße 131
kontakt@kulturnetzwerk.de
http://www.kulturnetzwerk.de

Das größte Festival seiner Art in Berlin findet alljährlich an einem Wochenende im Juni statt. Im vergangenen Jahr besuchten satte 70.000 Besucher die 560 Veranstaltungen an 350 Orten in Neukölln. Erstmals fand das Festival 1999 statt, organisiert vom Kulturnetzwerk Neukölln. Damals reagierten die Kulturschaffenden auf massive Mittelkürzungen des Berliner Senats für Kunst und Kultur.

In den Anfangen stellte das Festival einen Gegenpol zur medialen Vermittlung des Bezirks als vernachlässigter und gewaltbestimmter Slum dar. Ziel war es, die vielfältigen sozialen Akteure des Bezirks in einen intensiven Austausch zu bringen. 48 Stunden Neukölln versteht sich nicht als profitorientierte Werbeplattform für aufstrebende Künstler, sondern begreift sich eher als ein ins Vereinsrecht gegossenes Prinzip der Solidarität, was sich auch im Konzept und der Organisation des Festivals wiederspiegelt. Das Team unter der Leitung von Dr. Martin Steffens verfolgt das Ziel, neben etablierten Häusern, auch private oder öffentliche Räume für künstlerische Projekte zu öffnen und zu entdecken.

Wer sich also als Bürger oder Künstler in Neukölln engagieren will und die Organisation einer kulturellen Veranstaltung zum vorherbestimmten Termin übernimmt, ist automatisch Teil des Festivals, soweit das Projekt den Grundprinzipien der Festival-Charta entspricht. Dadurch werden Räume und eine Atmosphäre geschaffen, in der kreative Prozesse und experimentelle Diskurse ohne Vorbehalte möglich sind. Die 48 Stunden sind also im höchsten Maße demokratischen Prinzipen verpflichtet. Und das Festival beruht damit auf einer „subkulturellen“ Sonderstellung, die sowohl auf der elementaren Eigeninitiative der Künstler als auch der Besucher fußt.

Für das aktuelle Auflage im Jahr 2012 lautet das Thema: „Endstation Paradies“. Neukölln feiert zudem das 275. Jubiläum der Ansiedlung böhmischer Glaubensflüchtlinge nach Rixdorf im Juni 1737. Diese historische Erinnerung, die exakt mit dem Festivalzeitraum zusammen fällt, veranlasste das Festival zu fragen, wie sich die Zuwanderung nach Neukölln seitdem entwickelt hat. Wie funktioniert das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen in der Praxis? Haben Generationen der immer wieder neu nach Neukölln Kommenden ihr privates Glück oder gar ihr „Paradies“ hier gefunden? Warum kommen in den letzten Jahren so viele neue, international agierende Kreative nach Neukölln – und wie verändert sich dadurch das Leben im Stadtteil?

Damit möchte 48 Stunden gerade das Ambivalente an der gegenwärtigen Situation in Neukölln beschreiben. Ist Neukölln am Ende oder eröffnen sich neue Perspektiven?
 Auch in diesem Jahr umfasst das Spektrum der Veranstaltungen nicht nur Kuratiertes, sondern auch Outsider-Art und Amateurkunst. Vom 15. Bis 17. Juni haben die Besucher wieder 48 Stunden Zeit, sich darüber ein umfassendes Bild zu machen.

 

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